Theater Simmerberg
Highlights
- Das Theater Simmerberg existiert seit 1864 als festes Theater im Gasthof ‚Krone‘ nach Vorbild des Münchner Gärtnerplatz-Theaters.
- Seit 1990 inszeniert das Ensemble alle zwei Jahre – meist nach Weihnachten – unter Leitung von Hans-Peter Imgrund.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Parkplatz ermöglicht eine einfache Anreise für Besucher mit eingeschränkter Mobilität.
- Die historische Spielstätte bietet seit 1864 im Gasthof ‚Krone‘ eine fest installierte Bühne mit kleinformatigem Theatercharakter nach Vorbild des Münchner Gärtnerplatz-Theaters.
- Die Aufführungen finden im zweijährigen Turnus statt, wobei die meisten Premieren nach den Weihnachtsfeiertagen stattfinden.
Eigenschaften
Theater Simmerberg – Kulturausflug Alte Salzstraße 32
Seit seiner Gründung im 19. Jahrhundert hat es sich als festes kulturelles Zentrum etabliert, das bis heute mit Leidenschaft und handwerklichem Können die lokale Theaterlandschaft prägt. Ursprünglich unter freiem Himmel aufgeführt, fand das Ensemble ab 1864 im Gasthof „Krone“ einen festen Spielort und schuf dort eine Miniaturversion des berühmten Münchner Gärtnerplatz-Theaters – ein architektonisches Juwel im Kleinformat, das bis heute den Charme vergangener Epochen bewahrt.
Das Theater Simmerberg ist eng mit dem Namen Hans-Peter Imgrund verbunden, der seit 1980 als Spielleiter das Ensemble leitet und mit seinem Engagement die Kontinuität der Aufführungen sichert. Das Programm folgt einem festen Rhythmus: Alle zwei Jahre, meist nach den Weihnachtsfeiertagen, begeistert das Theater das Publikum mit klassischen Stücken und zeitlosen Geschichten. Besonders beliebt sind dabei Werke wie „Die drei Musketiere“, die in den letzten Jahren für begeisterte Reaktionen sorgte. Doch auch historische Klassiker wie Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ – insgesamt 17 Mal auf der Bühne gebracht – oder „Alpenkönig und Menschenfeind“ von 1902 zeugen von der Vielfalt des Repertoires.
Die Geschichte des Theaters Simmerberg ist geprägt von Höhen und Tiefen, die bis in die frühe Moderne reichen. 1900 verstarb der langjährige Pionier Franz Anton Specht, doch sein Erbe lebte weiter – etwa in den erfolgreichen Gastspielen in Nachbardörfern wie Isny, Oberreute oder Oberstaufen, wo das Ensemble mit Begeisterung aufgenommen wurde. Auch in schwierigen Zeiten, etwa 1926, als politische Einflüsse die Spielpläne einschränkten, blieb das Theater ein wichtiger Ort der Volksbildung. Eine Zensurentscheidung des Kreiskulturamts verbot sogar eine Aufführung von „Winzerliesl“, was die kulturelle Bedeutung des Ensembles unterstrich.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Theater Simmerberg eine neue Blütezeit. Der damalige Bürgermeister Gebhard Rudolph initiierte 1946 eine Versammlung mit 41 engagierten Mitgliedern, die den Wiederaufbau und die Zukunft des Theaters sicherten. Bis heute bleibt das Ensemble ein lebendiges Stück Heimatkultur, das nicht nur die Region, sondern auch Touristen aus nah und fern anzieht. Mit seinem barocken Flair, der handwerklich hochwertigen Inszenierung und der Verbindung zu lokalen Traditionen ist das Theater Simmerberg ein unverzichtbarer Teil des kulturellen Erbes der Alten Salzstraße.
Besucher schätzen besonders die familiäre Atmosphäre und die gelungene Mischung aus Theaterkunst und regionalem Charme. Dank moderner Infrastruktur wie einem rollstuhlgerechten Parkplatz ist das Theater auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gut erreichbar. Wer die Magie eines Kleinsttheaters erleben möchte, das seit über einem Jahrhundert Geschichten zum Leben erweckt, findet hier ein einzigartiges Erlebnis – fernab vom Großstadtgetümmel, aber mit dem same intensiven kulturellen Herzschlag.