Samuel-Heinicke-Büste
Highlights
- Samuel Heinicke begründete die erste deutsche Taubstummenanstalt in Eppendorf nach der Lautsprach-Methode.
- Die Büste des Reformpädagogen steht seit 1969 im Seelemannpark in Hamburg Hamm-Nord.
- Geschaffen wurde das Denkmal 1895 vom gehörlosen Bildhauer Carl Peter von Woedtcke.
Tipps
- Das Denkmal befindet sich im Seelemannpark, etwas versteckt unter Bäumen in der Ostecke des Parks.
- Die Büste wurde 1969 von der Heinickestraße in Eppendorf in den Seelemannpark verlegt.
- Samuel Heinicke begründete in Eppendorf die erste deutsche Taubstummenanstalt nach der Lautsprach-Methode.
Eigenschaften
Über Samuel-Heinicke-Büste
Die Samuel-Heinicke-Büste erinnert an den Begründer der deutschen Gehörlosenpädagogik und steht im Seelemannpark im Hamburger Stadtteil Hamm-Nord. Das Denkmal befindet sich in der Ostecke des Parks, etwas abseits unter Bäumen, auf einer Stele, auf der in goldenen Lettern die Lebensdaten und Bedeutung Samuel Heinickes festgehalten sind. Die Büste selbst wurde von dem gehörlosen Bildhauer Carl Peter von Woedtcke geschaffen und ursprünglich 1895 an der Ecke Heinickestraße und Ludolfstraße in Eppendorf enthüllt. Aufgrund einer Straßenverbreiterung wurde das Denkmal 1969 an seinen heutigen Standort im Seelemannpark versetzt.
Samuel Heinicke wurde in Nautschütz in Kursachsen geboren und verließ mit 23 Jahren die elterliche Heimat, um sich in Dresden autodidaktisch weiterzubilden. In Hamburg arbeitete er zunächst als Privatlehrer, bevor er 1769 die Stelle des Kantors, Organisten und Schulmeisters in Eppendorf antrat. Dort kam er erneut mit einem gehörlosen Schüler in Kontakt und entwickelte seine pädagogische Methode, die auf der Vermittlung der geschriebenen und gesprochenen Sprache beruhte – im Gegensatz zur Gebärdensprache, wie sie beispielsweise vom französischen Pädagogen Charles-Michel de l’Epée vermittelt wurde. Heinickes Unterrichtsmethoden fanden Anerkennung, und unter seinen Schülern befanden sich auch Adelige.
1778 verließ Heinicke Hamburg und gründete in Leipzig die erste staatliche „Taubstummenanstalt“, wie sie damals bezeichnet wurde. Die Schule, die auch als „Königlich-Sächsisches Institut für Stumme und andere mit Sprachgebrechen behaftete Personen“ firmierte, stand zunächst unter finanziellen Schwierigkeiten. Samuel Heinicke verstarb 1790 plötzlich an den Folgen eines Schlaganfalls. Sein pädagogisches Erbe lebt bis heute fort, und das Denkmal im Seelemannpark erinnert an seine bahnbrechende Rolle in der Geschichte der Sonderpädagogik. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,7 von 5 Sternen wird der Ort von Besucher:innen als kulturell bedeutsam wahrgenommen.
Die zentrale Aussage des Denkmals liegt in der Würdigung Heinickes als Wegbereiter einer Bildung für gehörlose Menschen, die auf Lautsprache und Lippenlesen setzte. Die Büste selbst ist ein kulturhistorisches Zeugnis seiner pädagogischen Vision und seiner praktischen Umsetzung im 18. Jahrhundert. Obwohl das Denkmal nicht offiziell als städtisches Kulturdenkmal geführt wird, hat es für die Region eine symbolische Bedeutung. Es steht in direktem Bezug zur Geschichte der Gehörlosenbildung in Hamburg und darüber hinaus und verbindet die Stadt mit der deutschen Sonderpädagogikgeschichte.