Denkmal/Gedenkstätte

Kalkberghöhle

Oberbergstraße 27, 23795 Bad Segeberg

Highlights

  • Die Kalkberghöhle in Bad Segeberg entstand vor rund 5.000 Jahren durch Wasserlaugung im Kalkberg.
  • Sie zählt zu den größten Fledermaus-Winterquartieren in Nordeuropa mit über 30.000 Tieren.
  • Entdeckt wurde die Höhle 1913, seitdem ist sie touristisch erschlossen und öffentlich zugänglich.

Tipps

  • Die Kalkberghöhle ist ganzjährig geöffnet und bietet bei 9° Celsius eine kühle Erlebniswelt – ideal bei Hitze.
  • Für den Höhlenbesuch sollten feste Schuhe getragen werden, da der Untergrund uneben und teilweise feucht ist.
  • Barrierefreiheit ist eingeschränkt – die Höhle ist für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Personen nicht geeignet.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Kalkberghöhle

Die Kalkberghöhle in Bad Segeberg zählt zu den bemerkenswerten geologischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten des Kreises Segeberg in Schleswig-Holstein. Gelegen im Kalkberg, einem durch Salztektonik emporgehobenen Gips- und Anhydritfelsen, befindet sich die Höhle mitten in der landschaftlich reizvollen Jungmoränenregion des ostholsteinischen Hügellandes. Die Entstehung der Höhle wird auf die letzten fünftausend Jahre geschätzt und geht auf allmähliche Auslaugungsprozesse in einem stehenden Wasserkörper zurück. Typisch für ihre Struktur ist das phreatische Laugprofil mit horizontalen Decken und labyrinthartigen Gängen, das an ein auf der Spitze stehendes Dreieck erinnert.

Entdeckt wurde die Höhle im Jahr 1913 durch Seminaristen, die von spielenden Kindern auf ein Loch im Steinbruch aufmerksam gemacht wurden. Kurz darauf erfolgte die erste umfassende Erkundung, und bereits im selben Jahr begann die touristische Erschließung. Obwohl der Kalkberg früher Gegenstand von Gipsabbau war, fand in der Höhle selbst kein aktiver Bergbau statt. Lediglich vereinzelt wurden im Jahr 1931 Versuche unternommen, im Südostgang einen Stollen vorzutreiben, die jedoch eingestellt und der Bereich wieder verschlossen wurden. Seitdem dient die Höhle ausschließlich der Besucherführung und Forschung.

Ein besonderer Schwerpunkt der Höhle ist ihre Bedeutung als Lebensraum für Fledermäuse. Mehr als 35.000 Tiere verschiedener Arten nutzen die Kalkberghöhle als Winterquartier, was sie zu einer der größten Fledermausstationen Nordeuropas macht. Zoologische Untersuchungen begannen bereits in den späten 1920er Jahren und führten zu umfassenden Erkenntnissen über das Höhlenökosystem. Die nahegelegene Erlebnisausstellung Noctalis ergänzt das Besucherangebot mit interaktiven Exponaten, bei denen Fledermäuse und Höhlenschutz im Mittelpunkt stehen. Besucher berichten von einer konstanten Höhlentemperatur von etwa 9 Grad Celsius, die das Erlebnis unabhängig von der Jahreszeit angenehm gestaltet.

Die Höhle ist überwiegend für gehende Besucher zugänglich, wobei aufgrund der natürlichen Gegebenheiten wie enge Passagen und unebene Wege eine uneingeschränkte Barrierefreiheit nicht gewährleistet ist. Die nahegelegene Ausstellung Noctalis ist hingegen barrierearm gestaltet und kann mit Aufzug besucht werden. Neben regulären Führungen durch die Höhle werden ergänzende Angebote wie Nachtwanderungen, Höhlenmeditationen sowie pädagogische Programme für Schulen und Gruppen angeboten. Die Kombination aus geologischem Phänomen, Naturschutz und kultureller Bildung macht die Kalkberghöhle zu einem lohnenswerten Ausflugsziel in der Region rund um Bad Segeberg.

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