Gedenkstätte "Gefallen-Erniedrigt-Gehetzt, wachet für Freiheit und Recht"
Highlights
- 1963 schuf Bildhauer Mataré in Olpe die Gedenkstätte als Mahnmal gegen Gewalt und Unterdrückung mit der Inschrift ‚Gefallen, Erniedrigt, Gehetzt‘.
- Das Denkmal im Weierhohl ersetzt frühere Pläne für ein Kriegerdenkmal und betont stattdessen Freiheit und Recht durch eine offene, schlichte Gestaltung.
Tipps
- Der Boden der Anlage enthält eine eingelassen Tafel mit der Inschrift ‚Gefallen, Erniedrigt, Gehetzt, Wachet für Freiheit und Recht‘, die als zentrale Mahnung des Denkmals dient.
- Die schlichte, offene Gestaltung des Denkmals durch den Bildhauer Mataré ermöglicht eine individuelle Auseinandersetzung mit der Geschichte ohne klassische Monumentalität.
Eigenschaften
Gedenkstätte Olpe: Kultur-Denkmal Freiheit & Recht
Die Gedenkstätte „Gefallen-Erniedrigt-Gehetzt, wachet für Freiheit und Recht“ in Olpe ist ein bedeutendes Mahnmal, das an die Opfer von Krieg, Verfolgung und Unterdrückung erinnert. Im Auftrag der Stadt Olpe entstand das Werk 1963 als Reaktion auf frühere, nie verwirklichte Pläne für ein monumentales Ehrenmal auf dem Gallenberg. Der Bildhauer Mataré, geboren 1887 in Aachen und einer der prägendsten Künstler der Nachkriegszeit, schuf hier ein schlichtes, aber kraftvolles Denkmal, das bewusst von traditionellen Kriegerdenkmälern abweicht.
Matarés Entwurf verzichtet auf heroische Gestalten oder triumphale Symbole. Stattdessen dominiert eine offene, meditative Atmosphäre, die zum Nachdenken über die Schrecken von Gewalt und Unrecht einlädt. Im Mittelpunkt steht eine im Boden eingelassene Inschrift, die die Mahnung „Gefallen, Erniedrigt, Gehetzt, Wachet für Freiheit und Recht“ in prägnanten Worten zusammenfasst. Diese Worte spiegeln die Verantwortung wider, die an die Lebenden gerichtet wird – als ständige Erinnerung an die Opfer und als Appell für ein freies, gerechtes Zusammenleben.
Die Gedenkstätte liegt im Weierhohl, einem ruhigen Ort in Olpe, der durch seine natürliche Umgebung eine besinnliche Stimmung vermittelt. Matarés Werk ist kein bloßer Erinnerungsort, sondern ein Ort der Reflexion, der die historische Last des 20. Jahrhunderts bewahrt und gleichzeitig eine Brücke in die Gegenwart schlägt. Besonders die schlichte, fast sakrale Gestaltung unterstreicht die universelle Bedeutung des Denkmals – unabhängig von politischen oder konfessionellen Kontexten.
Als Teil des kulturellen Erbes Olpes verbindet die Gedenkstätte Geschichte mit zeitloser Botschaft. Sie steht in der Tradition anderer Mahnmale der Region, etwa dem Brackendenkmal oder dem Martinusdenkmal, und lädt Besucher ein, sich mit den Themen Freiheit, Menschlichkeit und Verantwortung auseinanderzusetzen. Durch ihre klare, unverzierte Sprache bleibt sie ein Ort der Begegnung mit der eigenen Geschichte – ohne Pathos, aber mit ungebrochener Dringlichkeit.
Besucher können die Gedenkstätte im Rahmen einer persönlichen Stadtführung erkunden, die auch andere historische Stätten Olpes einbezieht. Eine spezielle Audio-Führung für Sehgeschädigte macht das Denkmal zudem für alle zugänglich und unterstreicht seinen Anspruch auf inklusive Erinnerungskultur. Matarés Werk bleibt damit ein zentraler Ort der Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart – ein stummer, aber unüberhörbarer Ruf an die Gemeinschaft.