Sandauer Heimatstube
Highlights
- Die Sandauer Heimatstube erinnert seit 1987 an die Stadt Sandau bei Marienbad im heutigen Tschechien.
- Ausgestellt sind Egerländer Trachten, Möbel, Alltagsgegenstände und historische Dokumente aus der Region.
- Das Museum zeigt eine rekonstruierte Egerländer Stube sowie Werke des Sandauer Künstlers Rudolf Zuber.
Tipps
- Interessierte können sich über die Stadt Arzberg oder direkt über Herrn Winfried Geppert für einen Besuch der Heimatstube anmelden.
- Ein Eintrag im Gästebuch der Heimatstube ist eine schöne Möglichkeit, den Besuch festzuhalten und den Austausch mit anderen Besuchern zu fördern.
Eigenschaften
Über Sandauer Heimatstube
Die Sandauer Heimatstube in Arzberg, Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, ist ein kleines, aber feines Museum, das seit den 1960er Jahren die Erinnerung an die ehemalige Stadt Sandau (heute Dolní Žandov) im tschechischen Teil des Egerlands wachhält. Gegründet im Jahr 1965, erinnert die Heimatstube seit 1987 an die Sudetendeutschen aus Sandau und dient als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Erinnerungskultur. Seit der Fertigstellung des neugestalteten Bürgerhauses in Arzberg können Besucher die Sammlung in hellen, großzügigen und einladenden Räumen erkunden.
Die Ausstellungsstücke umfassen eine umfangreiche Sammlung an Alltagsgegenständen, historischen Dokumenten und kulturellen Zeugnissen, die das Leben und Wirken der Sandauer Bevölkerung widerspiegeln. Zu den Highlights gehören original Egerländer Möbel und Trachten, landwirtschaftliche Geräte, handwerkliche Utensilien sowie Alltagsgegenstände aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Besonders sehenswert ist die nahezu komplett eingerichtete Egerländer Stube mit typisch bunten und reich verzierten Möbeln sowie das Original-Egerländer-Trachtenpaar. Auch private Schätze wie die Gitarre des bekannten Volksdichters Anton Günther und die kunstvollen Holz- und Linolschnitte des Sandauer Malers Rudolf Zuber gehören zur Sammlung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Heimatstube sind die sogenannten Sandauer Dosen – kleine, kunstvoll lackierte Gebrauchsgegenstände aus Pappmache, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert beliebt waren. Daneben finden sich Fotos, Fahnen, Textilien, Vereinsdokumente, Urkunden sowie Porträts sogenannter verdienter Männer aus Sandau. Diese Objekte dokumentieren nicht nur das bürgerliche Leben, sondern auch die Vereins- und Kulturarbeit der vertriebenen Bevölkerung. Die Heimatstube fungiert somit als Archiv, Ausstellungsraum und Treffpunkt zugleich und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur.
Die Patenschaft zwischen der Stadt Arzberg und der ehemaligen Stadt Sandau besteht seit den frühen 1960er Jahren. Seitdem trifft sich die Heimatgruppe Sandau und Umgebung regelmäßig zum traditionellen Michaeli-Fest in Arzberg, um die Verbundenheit zur ehemaligen Heimat zu pflegen. Die Stadt Arzberg unterstützt die Heimatgruppe aktiv und zeigt ihre Verbundenheit etwa durch Besuche der neu gewählten Bürgermeister bei Veranstaltungen der Gruppe.
Die Sandauer Heimatstube ist mehr als nur ein Museum – sie ist ein lebendiges Zeitzeugnis und ein Ort des Gedenkens, der die Geschichte der Sudetendeutschen sichtbar macht. Mit ihrem umfangreichen Fundus und der engagierten Arbeit der Heimatgruppe lädt sie Besucher herzlich ein, die Geschichte und Kultur von Sandau/Dolní Žandov zu entdecken und nicht vergessen zu lassen, wo ihre Wurzeln liegen.