Höhle

Bielsteinhöhle mit Lukenloch

33189 Schlangen

Highlights

  • Das Naturschutzgebiet Bielsteinhöhle mit Lukenloch liegt bei Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe und umfasst 18,9 Hektar.
  • Die Bielsteinschlucht ist etwa 300 Meter lang und bis zu 15 Meter tiefe Kalksteinwände, die als Flucht- und Siedlungsstätte genutzt wurden.
  • Im Lukenloch überwintern verschiedene Fledermausarten, darunter das Große Mausohr und die Teichfledermaus.

Tipps

  • Gute Kletterschuhe und wetterfeste Kleidung empfehlen sich für den Aufstieg durch die steile Kalksteinschlucht.
  • Ein Seil kann nützlich sein, um sicher in die tiefer gelegene Kammer der Bielsteinhöhle abzusteigen.
  • Zwischen September und Mai ist der Höhlenbereich für Fledermäuse gesperrt – Besuch außerhalb dieser Zeit ist möglich.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Bielsteinhöhle mit Lukenloch

Die Bielsteinhöhle mit Lukenloch ist ein Naturschutzgebiet im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe, in unmittelbarer Nähe zur Ortschaft Schlangen. Das rund 18,9 Hektar große Areal erstreckt sich zwischen den Orten Veldrom und Schlangen und zählt seit den 1990er Jahren zu den offiziell geschützten Landschaftsbereichen. Es liegt im westlichen Eggevorland und wird durch eine Vielzahl von seltenen Lebensräumen geprägt, darunter Kalkfelsen, Buchenwälder und tiefe Felsschluchten. Aufgrund seiner hohen ökologischen Bedeutung ist das Gebiet sowohl unter Naturschutz als auch Teil des europäischen Natura 2000-Netzes.

Im Zentrum des Naturschutzgebiets befindet sich die Bielsteinschlucht, eine sichelförmige Einsturzdoline aus Kalkstein, die etwa 300 Meter lang ist und bis zu 15 Meter hohe, steile Felswände aufweist. Diese Schlucht entstand vorprähistorisch und diente einst als Flucht- und Siedlungsstätte. Im hinteren Teil der Schlucht liegt die etwa 42 Meter lange Bielsteinhöhle, die als Bodendenkmal unter Naturschutz steht. Die Höhle beherbergt verschiedene Fledermausarten, darunter die Teichfledermaus und das Große Mausohr, weshalb der Zutritt in den Monaten von September bis Mai untersagt ist. In der Nähe befindet sich zudem das Lukenloch, eine trichterförmige Erdfallhöhle mit einer Tiefe von 26 Metern. Auch hier sammelt sich kalte Luft, die als ideales Winterquartier für Fledermäuse dient. Der Zugang ist aus Schutzgründen versperrt.

Die Vegetation im Umfeld der Schlucht ist geprägt von artenreichen Buchenmischwäldern mit charakteristischen Pflanzen wie Waldmeister, Bärlauch und Zwiebelzahnwurz. In den schattigen und feuchten Bereichen der Schlucht gedeihen verschiedene Farne, darunter der seltene Hirschzungenfarn, dessen größte Vorkommen in der Region zu finden sind. Die Felsenbereiche bieten Lebensraum für spezialisierte Pflanzenarten, die an karge und sonnige Standorte angepasst sind. Die Vielfalt an Lebensräumen – von Schluchtwald über Kalkfelsen bis hin zu nicht touristisch erschlossenen Höhlen – macht das Gebiet zu einem wichtigen Biotop für die Erhaltung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

Das Gelände ist für Besucher zugänglich, wobei die Höhlen selbst aus Tierschutzgründen nicht betreten werden dürfen. Die Bielsteinschlucht lässt sich jedoch gut zu Fuß erkunden. Kletterer können mit entsprechender Ausrüstung auch ohne Seil in den unteren Bereich der Schlucht gelangen, während andere Besucher auf Infotafeln und das eigene Auge angewiesen sind, um die Besonderheiten der Landschaft zu entdecken. Die beeindruckende Kalksteinlandschaft, die klaren Strukturen der Felsen sowie die ruhige Atmosphäre machen den Ort zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Naturinteressierte.

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