Oesterholzer Bruch mit Schwedenschanze
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Oesterholzer Bruch mit Schwedenschanze liegt in Schlangen-Oesterholz im Kreis Lippe.
- Durch das feuchtgebietreiche Areal zieht sich der Sternhofbach mit naturnahem Flusslauf und guter Wasserqualität.
- Das Gebiet beherbergt seltene Lebensräume wie Erlen-Eschen-Auenwald, Feuchtwiesen und eine historische Sanddüne mit Bronzezeit-Grabhügeln.
Tipps
- Radfahren auf der harten Strecke durch den Bruch bietet sportliche Herausforderung und Naturerlebnis.
- Wandern lohnt sich besonders im Frühjahr, wenn Buschwindröschen blühen und der Sternhofbach durch das Gelände fließt.
- Beobachtungspotenzial für seltene Tierarten wie Eisvogel, Groppe und Bachforelle entlang des naturnahen Bachlaufs.
Eigenschaften
Über Oesterholzer Bruch mit Schwedenschanze
Das Naturschutzgebiet „Oesterholzer Bruch mit Schwedenschanze“ liegt im nordrhein-westfälischen Schlangen im Kreis Lippe und erstreckt sich zwischen den Ortsteilen Oesterholz im Norden und Schlangen im Süden. Es grenzt im Westen an die Senne und im Osten an die Fürstenallee. Mit einer Fläche von rund 39 Hektar ist das Gebiet ein wichtiges Biotop für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten und wurde bereits 2004 rechtswirksam als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es zählt sowohl im regionalen Naturschutznetz als auch innerhalb des europäischen Natura 2000-Netzes zu den bedeutsamen Schutzgebieten.
Im Herzen des Gebiets fließt der Sternhofbach, ein naturnaher Bachlauf mit hoher Wasserqualität, der durch große Teile des Bruchs zieht und zahlreiche Feuchtbiotope prägt. Der Bach durchfließt die sogenannte Schwedenschanze, eine natürliche Sanddüne, die in der Bronzezeit als Bestattungsstätte genutzt wurde. Diese Dünenlandschaft ist ein seltenes Relikt aus der jungpleistozänen Eiszeit. Im Frühjahr erstrahlt das Gelände in bunten Farben durch Buschwindröschen, während Sumpf-Schwertlilien, Seggen und Sumpf-Dotterblumen den feuchten Boden bewachsen. Der Bach selbst beherbergt unter anderem Groppe, Bachforelle und Bachneunauge und zieht den Eisvogel als regelmäßigen Gast an.
Im südlichen Teil des Naturschutzgebiets liegt der Haverkampsee, ein ehemaliger Kiesabbau-See, der heute Lebensraum für verschiedene Wasservögel ist. Das Wasser des Sees wird über die Strothe zugeführt, die weiter südlich in den Sternhofbach mündet. Die alten Laubmischwälder im Umfeld des Bruchs bieten Lebensraum für eine Vielzahl an Tierarten, darunter Spechte, Hohltauben, Siebenschläfer und verschiedene Fledermausarten. Besonders geschützt werden hier auch alte Eichen- und Buchenbestände sowie feuchte Auenwälder, die aufgrund ihrer Seltenheit und ihres ökologischen Werts unter Naturschutz stehen.
Das Gelände ist sowohl für Naturliebhaber als auch für sportliche Aktivitäten geeignet. Radfahrer schätzen die anspruchsvollen, aber landschaftlich reizvollen Wege, während Spaziergänger die abwechslungsreiche Natur und die Ruhe genießen können. Obwohl einige Besucher bemängeln, dass die Infrastruktur in Teilen verfallen ist, bleibt das Naturschutzgebiet ein lohnendes Ausflugsziel für alle, die die unberührte Natur des Kreises Lippe entdecken möchten. Tierbeobachtungen sind hier durchaus möglich – von scheuen Waldbewohnern bis hin zu seltenen Vogelarten.