Denkmal/Gedenkstätte

Ehemaliges Burghaus

RRFW+43G, 54346 Detzem

Highlights

  • Das ehemalige Burghaus in Detzem stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde 1837/1861 nach Parzellierung in Einzelanwesen umgewandelt.
  • Die Burg war im 16. Jahrhundert im Besitz der Familie von Nassau und zeigt ein Ehewappen mit den Wappen Nassau und Hanxler (um 1600).
  • Ein gotischer Fries mit Passblenden und der Datierung 1539 sowie ein Torbogen aus Sandsteinquadern zeugen vom historischen Kern der Anlage.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang über den sandsteinernen Torbogen ermöglicht einen ungehinderten Eintritt in das ehemalige Burghaus mit historischem Flair.
  • Die gotischen Spolien und der Fries mit der Datierung 1539 im Eingangsbereich verweisen auf die mittelalterliche Substanz der Anlage trotz späterer Umbauten.
  • Das Ehewappen über dem Portal aus dem 17. Jahrhundert dokumentiert die Verbindung der Adelsfamilien Husmann von Namedy und Hase von Dieblich mit dem Anwesen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Burghaus Detzem – Kulturdenkmal erkunden

Das Ehemalige Burghaus in Detzem ist ein faszinierendes Zeugnis der regionalen Geschichte und Architektur entlang der Mosel. Die Anlage geht auf eine mittelalterliche Burganlage zurück, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und erweitert wurde. Besonders prägend war die Verbindung zur adligen Familie von Nassau, die in der Linie der Freiherren von Nassau zu Detzem bis zur Säkularisation im frühen 19. Jahrhundert hier ansässig war. Ein markanter Stein über dem Portal vereint die Wappen der Familien Nassau und Hanxler zu einem Ehewappen, das auf eine historische Verbindung zwischen beiden Häusern hindeutet.

Der heutige Baukörper entstand durch eine Parzellierung im 19. Jahrhundert, als die ursprüngliche Anlage in Einzelanwesen aufgeteilt wurde. Die Baujahre 1837 und 1861 markieren dabei entscheidende Umbauten, die dem Gebäude sein heutiges Aussehen verliehen. Trotz dieser Veränderungen bleibt ein Teil des älteren Burgenbestands in Form von Spolien und der ursprünglichen Baugestalt erhalten – etwa im gotischen Fries mit Passblenden und der Datierung 1539, der sich über dem Hauseingang befindet. Ein weiterer Hinweis auf die historische Bedeutung ist ein rundbogiger Torbogen aus Sandsteinquadern, der zwischen dem Westflügel und den neu errichteten Nebengebäuden des 19. Jahrhunderts liegt.

Ein besonderes Detail ist die Bauinschrift über dem Portal, die das Ehewappen der Familien Husmann von Namedy und Hase von Dieblich zeigt – vermutlich aus dem frühen 17. Jahrhundert. Ursprünglich war dieses Wappen als Kaminaufsatz Teil eines älteren Gebäudes, bevor es hier verbaut wurde. Die Anlage war zudem im Besitz des Wilhelm von Manderscheid zu Nafelden, der die „Vesten und burglichen buw genannt Detzeme“ dem Trierer Erzbischof zu Lehen auftrug. Diese Verbindungen unterstreichen die strategische und kulturelle Bedeutung Detzems in der Region.

Obwohl das Burghaus heute nicht mehr als durchgehende Burganlage existiert, bietet es einen spannenden Einblick in die Entwicklung von Adelsresidenzen und ländlichen Herrensitzen im Rheinland. Die Kombination aus historischen Bauteilen, Adelswappen und architektonischen Details macht es zu einem einzigartigen Kulturdenkmal. Besonders für Geschichtsinteressierte und Liebhaber der Moselregion ist das Ehemalige Burghaus ein lohnenswertes Ziel, das die Verbindung von Weinbau, regionaler Geschichte und lokaler Adelsgeschichte verkörpert.

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