Denkmal/Gedenkstätte

Steinkreis Blasiwald

79859 Schluchsee

Highlights

  • Die Steinkreise am Schluchsee entstanden im späten 14. Jahrhundert bei der landwirtschaftlichen Erschließung des Geländes.
  • Sie bestehen aus Granitblöcken und ähneln eher Heidenmauern als klassischen Megalithanlagen.
  • Das Landesdenkmalamt sichert Teile der Anlage als Kulturdenkmal vor weiterer Bebauung.

Tipps

  • Vom Gasthaus Eisenbreche aus sind es etwa 10 Minuten zu Fuß bis zum Steinkreis Blasiwald.
  • Die Steine sind möglicherweise im späten 14. Jahrhundert bei Rodungsarbeiten entstanden.
  • In der Nähe lassen sich Schalensteine und terrassenförmige Strukturen erkennen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Steinkreis Blasiwald

Der Steinkreis Blasiwald befindet sich im Ortsteil Eisenbreche von Schluchsee im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Baden-Württemberg. Die Anlage liegt am Weg zwischen dem Gasthaus Eisenbreche und der Staumauer des Schluchsees. Zwischen Bäumen und natürlicher Vegetation ragen zahlreiche Steinblöcke aus dem Gelände, die stellenweise ringförmige Strukturen bilden. Die Anordnung erinnert optisch eher an Heidenmauern als an klassische Megalithbauten der prähistorischen Kultur. Teilweise finden sich auch Schalensteine in der Umgebung.

Die Entstehung der Steinkreise wird vom Landesdenkmalamt nicht als prähistorisch bewertet. Stattdessen wird angenommen, dass die Strukturen im Zuge der landwirtschaftlichen Erschließung des Geländes entstanden sind. Laut einer Begehung des Landesdenkmalamtes im Jahr 2004 stammen die Anlagen vermutlich aus dem späten Mittelalter. Damals wurde der blockreiche Boden von Granitbrocken befreit und zur Nutzbarmachung aufbereitet. Die überschüssigen Felsblöcke wurden ringförmig oder mauerartig aufgeschichtet, um das bebaute Gelände abzugrenzen und stellenweise terrassenförmig zu stabilisieren. Die Bogenform vieler Steinanordnungen folgt dem natürlichen Geländeverlauf.

Aufgrund der Witterungsbeständigkeit des verwendeten Materials und der geringen späteren baulichen Nutzung hat sich der Steinbruch sowie die Anordnung der Blöcke über die Jahrhunderte gut erhalten. Das Landesdenkmalamt hat festgelegt, dass Teile der Anlage erhalten bleiben sollen. Zukünftige Baumaßnahmen im näheren Umfeld sollen daher in ausreichendem Abstand zu den Kulturdenkmalen erfolgen. Die genaue historische Funktion der Steine bleibt jedoch weiterhin Gegenstand von Spekulationen. Ob es sich um eine rituelle Stätte, eine markante Grenze oder lediglich um eine landschaftliche Rodungsmaßnahme handelte, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Der Steinkreis Blasiwald ist zu Fuß vom Schluchsee aus erreichbar. Ein Spaziergang zur Anlage dauert etwa zehn Minuten vom Staudamm entfernt. Die nähere Umgebung lädt zu Wanderungen durch den Südschwarzwald ein. Die Stelle selbst ist nicht durch Infotafeln oder Hinweisschilder erklärt, was Besucher*innen gelegentlich dazu führt, die historische Bedeutung der Steine zu übersehen oder zu verkennen. Einige Besucher*innen beschreiben die Anlage als rätselhaft, während andere kritisch anmerken, dass die Ansammlung von Steinen ohne Kontext schwer nachvollziehbar bleibt.

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