ehemaliger Ohlsteinbruch
Highlights
- Der ehemalige Ohlsteinbruch bei Steinau an der Straße ist ein 25,43 Hektar großes Naturschutzgebiet seit 1984.
- Das Gelände liegt 250 bis 359 Meter über NN und umfasst Wacholderheiden, Borstgrasrasen und Buchenwälder.
- Es beherbergt wertvolle Lebensräume für Amphibien, Reptilien, Vögel und seltene Pflanzenarten auf ehemaligem Basaltvorkommen.
Tipps
- Aufgelassene Steinbrüche wie hier bieten oft besondere geologische Strukturen – im Ohlsteinbruch sind Basaltformationen aus der Vulkanregion Vogelsberg zu erkennen.
- Das Gelände ist hauptsächlich fußläufig zu erkunden, weshalb robuste Schuhe empfehlenswert sind, insbesondere bei feuchtem Wetter oder nach Regenfällen.
Eigenschaften
Über ehemaliger Ohlsteinbruch
Der ehemalige Ohlsteinbruch liegt im hessischen Steinau an der Straße im Main-Kinzig-Kreis und zählt heute zu den geschützten Naturschutzgebieten der Region. Das rund 25 Hektar große Areal umfasst den stillgelegten Basalt-Steinbruch „Ohl“ sowie angrenzende Wald- und Wacholderheideflächen. Aufgrund seiner vielfältigen Lebensräume und seltenen Pflanzen- und Tierarten wurde das Gebiet sowohl als Naturschutzgebiet als auch als Bestandteil des europäischen Natura-2000-Netzwerks ausgewiesen. Es befindet sich direkt an der Autobahn A 66 und östlich der Landesstraße L 3179, in einer Höhe zwischen 250 und 359 Metern über dem Meeresspiegel.
Geologisch gesehen liegt das Schutzgebiet in einem Gebirge, das sowohl vulkanische als auch sedimentäre Gesteinsschichten aufweist. Geprägt wird das Gelände durch Alkali-Olivin-Basalt, der hier früher abgebaut wurde, sowie durch Tuffe und Solifluktionsmaterial. Diese geologischen Besonderheiten tragen zur Ausbildung einer standortvielfältigen Landschaft bei, die unterschiedlichste Lebensräume beherbergt. Die natürliche Ausstattung des Gebiets ordnet sich in den Naturraum Sandstein-Spessart und die Untereinheit Schlüchterner Becken ein. Diese landschaftliche Vielfalt fördert die Entwicklung wertvoller Biotope, insbesondere für Amphibien, Reptilien, Vögel und verschiedene Wirbellosengruppen.
Die Flora des ehemaligen Ohlsteinbruchs ist geprägt von geschützten Lebensraumtypen wie Borstgrasrasen, Wacholderheiden und Silikat-Felsen mit Felsspaltenvegetation. Etwa ein Fünftel der Fläche wird von Buchenwäldern eingenommen, während Laub- und Nadelwälder weitere Lebensräume ergänzen. Besonders erwähnenswert ist das Vorkommen des Brand-Knabenkrauts, einer seltenen und stark gefährdeten Orchideenart, das in den artenreichen Mähwiesen des Gebiets zu finden ist. Die ökologisch wertvollen Offenlandgesellschaften machen rund 15 Prozent der Fläche aus und tragen maßgeblich zur Biodiversität des Naturschutzgebiets bei.
Auch die Fauna profitiert von den besonderen Bedingungen im ehemaligen Steinbruch. Aufgrund der geringen Nährstoffversorgung des Standorts treten hier gehäuft Heuschrecken, Tagfalter und pflanzenfressende Insekten auf. Unter den nachgewiesenen Arten befindet sich der seltene Gesprenkelte Pappelspanner, ein wärmeliebender Schmetterling, der auf die besonderen klimatischen Bedingungen des Gebiets anspricht. Diese Artenvielfalt unterstreicht die Bedeutung des Ohlsteinbruchs als Rückzugs- und Lebensraum für heimische Tierarten.