Denkmal/Gedenkstätte

Kaufhaus Schocken

Badergasse 21, 08451 Crimmitschau

Highlights

  • 1928 eröffnete das Kaufhaus Schocken in Crimmitschau als modernes Warenhaus nach Plänen von Bernhard Sturtzkopf.
  • Das Bauwerk wurde 1999 geschlossen und verfiel zur Ruine, bleibt aber als Kulturgut unter Denkmalschutz.

Tipps

  • Der Gebäudekomplex wurde 1928 als Teil einer modernen Kaufhauskette eröffnet und vereint architektonische Merkmale mit der wirtschaftlichen Bedeutung der damaligen Zeit.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Kaufhaus Schocken Crimmitschau

Das Kaufhaus Schocken in Crimmitschau ist ein herausragendes Beispiel für den modernen Großhandelsbau der 1920er-Jahre und ein bedeutendes Kulturdenkmal der Region. Im November 1928 wurde das Gebäude eröffnet und galt als architektonisches Meisterwerk, das die Erwartungen seines Bauherrn und des Architekten Bernhard Sturtzkopf voll erfüllte. Das Kaufhaus war Teil einer nationalen Kette, die sich durch innovative Bauweise und soziales Engagement auszeichnete – ein Zeichen für den wirtschaftlichen Aufschwung der Zeit.

Der Komplex entstand in einer Phase des Wachstums, als Crimmitschau durch Zuwanderung, insbesondere durch Flüchtlingsströme aus dem Osten, zu einer dynamischen Stadt wurde. Doch der Aufstieg war von politischen Umbrüchen überschattet: Im Zuge der Arisierung wurde das Kaufhaus Schocken widerrechtlich an eine Bankengruppe unter Führung der Deutschen Bank übertragen, was seinen weiteren Verlauf nachhaltig prägte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Gebäude seine ursprüngliche Funktion. Bereits 1968 wurde im Innenhof eine Traglufthalle errichtet, in der Haushaltsgeräte verkauft wurden – ein Zeichen für die Umnutzung des Gebäudes in der DDR-Zeit. 1999 schloss das Kaufhaus endgültig, und die Ruine verfiel in den folgenden Jahrzehnten zu einem Symbol für verpasste Chancen. Trotz seiner verfallenen Fassade blieb das Bauwerk jedoch als historisches Zeugnis erhalten und wurde als Kulturdenkmal anerkannt.

Erst in den letzten Jahren rückte das Kaufhaus Schocken wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Initiativen wie die KAUFHAUS SCHOCKEN CRIMMITSCHAU GbR, an der auch Mitgesellschafter beteiligt sind, arbeiteten an einer Projektstudie zur Rettung des Denkmals. Das Ziel ist es, das architektonische Juwel nicht nur zu sanieren, sondern als lebendiges Kulturdenkmal neu zu beleben – ein Projekt, das die Bedeutung des Gebäudes für die regionale Geschichte unterstreicht.

Das Kaufhaus Schocken steht heute als Mahnmal und Zeugnis einer bewegten Epoche: Es verbindet wirtschaftliche Geschichte mit architektonischem Erbe und zeigt, wie aus einem verfallenen Gebäude wieder ein Ort der Erinnerung und des kulturellen Austauschs werden kann. Für Geschichtsinteressierte und Architekturbegeisterte ist es ein einzigartiger Ort, der Einblicke in die Entwicklung Crimmitschaus und die gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts bietet.

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