Schnaittacher Geschichtsweg - Das Velhornschloss
Highlights
- Die Festung Rothenberg thront 561 Meter über Schnaittach und ist ein einmaliges Baudenkmal des Spätbarock.
- Errichtet zwischen 1729 und 1760, diente sie bis 1838 als militärische Anlage und später als Gefängnis.
- Seit 1966 betreut die Bayerische Schlösserverwaltung das Gelände, das heute ein beliebtes Ausflugsziel ist.
Tipps
- Eine Führung durch die Festungsruine und Kasematten dauert etwa 45 Minuten und kostet 6 Euro pro Person.
- Helmpflicht während der Führung – Helme werden vor Ort gestellt.
- Die Festung ist ab 01.04.2026 wieder für Besucher geöffnet.
Eigenschaften
Über Schnaittacher Geschichtsweg - Das Velhornschloss
Der Schnaittacher Geschichtsweg führt direkt zur beeindruckenden Bergfestung Rothenberg, auch bekannt als Velhornschloss. Diese spätbarocke Festungsanlage thront majestätisch auf einem Berggipfel etwa 561 Meter über dem Meeresspiegel und überragt die Marktgemeinde Schnaittach im Landkreis Nürnberger Land in Bayern. Die heutige Festung entstand im 18. Jahrhundert an der Stelle einer älteren Burg aus dem 14. Jahrhundert, die im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und schließlich im Zuge der bayerischen Geschichte zerstört wurde. Die neue Anlage wurde nach den neuesten Erkenntnissen der französisch-europäischen Festungsbaukunst errichtet und zählt heute zu den bedeutendsten Baudenkmalen der Region.
Die architektonischen Besonderheiten der Festung Rothenberg machen sie zu einer einzigartigen Sehenswürdigkeit. Zu den markantesten Elementen gehören die sogenannten Bastionen, Kasematten und das Vorwerk, das durch eine Brücke über den "Halsgraben" erreicht wird. Diese geschützte Zugangsroute verdeutlicht die militärische Bedeutung des Bauwerks, das einst bis zu 800 Soldaten beherbergen konnte. In Kriegszeiten bot die Festung nicht nur Schutz für die Garnison, sondern diente auch der Bevölkerung der umliegenden Dörfer als Zufluchtsort. Im Laufe der Geschichte wurde das Gelände unter anderem auch als Militärgefängnis genutzt, bevor es im 19. Jahrhundert aufgegeben und schließlich dem Verfall preisgegeben wurde.
Dank des Engagements des Heimatvereins Schnaittach 1892 e. V. wurde die Festung ab dem späten 19. Jahrhundert für den Tourismus erschlossen. Mit der Eröffnung der Bahnlinie von Nürnberg nach Simmelsdorf wurde der Rothenberg zu einem beliebten Ausflugsziel. Seit den 1960er Jahren wird das Gelände durch die Bayerische Schlösserverwaltung betreut. In den Jahren von 1997 bis 2008 erfolgte mit großem finanziellen Aufwand eine umfassende Sanierung, die den weiteren Zerfall stoppte und die Festung für Besucher sicher zugänglich machte. Heute laden die erhaltenen Teile der Anlage, darunter die eindrucksvollen Kasematten, zu einer spannenden Erkundung ein.
Besucher können sich auf geführten Touren durch die Festungsruine begeben, wobei Helmpflicht besteht – Helme werden vor Ort gestellt. Die Führungen bieten nicht nur Einblicke in die militärische Geschichte, sondern auch in das Alltagsleben der Soldaten und Insassen. Besonders eindrucksvoll ist der Ausblick vom Festungsgelände über das Tal, der bei klarem Wetter weite Teile der Umgebung sichtbar macht. Die Kombination aus historischem Flair, architektonischer Schönheit und der malerischen Lage macht die Festung Rothenberg zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Jung und Alt.