St. Jakobi
Highlights
- Die St. Jakobi in Schönebeck (Elbe) ist eine evangelische Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit frühgotischer Architektur.
- Die Kirche verfügt über barocke Doppelhauben, erhaltene Spitzbogenarkaden und einen rechteckigen Chor.
- Nach einer Überschwemmung 1876 wurde der Innenraum fast vollständig erneuert; nur wenige Originalteile blieben erhalten.
Tipps
- Die St. Jakobi Kirche in Schönebeck ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet und lädt zum Verweilen ein.
- Im Kircheninneren können Kerzen angezündet und die Bibel in Ruhe gelesen werden.
- Ein Spendenterminal sowie ein WC in unmittelbarer Nähe ergänzen das Angebot vor Ort.
Eigenschaften
Über St. Jakobi
Die St. Jakobi-Kirche ist die Hauptkirche der Stadt Schönebeck (Elbe) in Sachsen-Anhalt und zählt zu den bedeutendsten sakralen Bauten der Region. Als dreischiffige Basilika mit rechteckigem Chorabschluss wurde sie im frühen 13. Jahrhundert errichtet und gilt als eines der wenigen erhaltenen Beispiele mittelalterlicher Baukunst in der Altstadt. Besonders bemerkenswert ist, dass der Kirchenbau trotz der damals relativ kleinen Einwohnerzahl Schönebecks von außergewöhnlich großzügiger Dimensionierung ist. Ursprünglich ganz aus Bruchsteinen aus Plötzky erbaut, zeigt die Kirche sowohl gotische als auch barocke Elemente, die im Laufe der Jahrhunderte durch Umbauten und Restaurationen hinzugefügt wurden.
Der markanteste Teil des Bauwerks ist der Westturm, dessen Unterbau als der älteste erhaltene Teil der Kirche gilt. Die heutige Gestalt der Türme entstand im 18. Jahrhundert, als die ursprünglichen gotischen Spitzen durch barocke Doppelhauben ersetzt wurden. Auch das neugotische Westportal an der Doppelturmfassade stammt aus dem 19. Jahrhundert. Im Inneren prägen hohe Arkaden den Raum, die auf glatten Pfeilern ruhen und beim Umbau um die Jahrhundertwende des 19. zum 20. Jahrhunderts entstanden. Ursprünglich besaß die Kirche ein flaches Dach, das später mehrfach verändert wurde, bis es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder in die ursprüngliche Form zurückgeführt wurde.
Die Ausstattung der Kirche wurde durch eine starke Überschwemmung im Jahr 1876 stark beeinträchtigt, die große Teile der historischen Inneneinrichtung zerstörte. Nur wenige Stücke wie einige spätmittelalterliche Schnitzfiguren und ein verwitterter Taufstein aus dem 17. Jahrhundert blieben erhalten. Im Zuge der anschließenden Umbauten wurde der Innenraum fast vollständig erneuert. Die Arbeiten von Gustav Kuntzsch umfassten unter anderem den Altar und die Kanzel, von denen heute nur noch der Altarsockel sowie Kanzeltreppe und -fuß übrig geblieben sind. Die heutige Gestalt des Kircheninneren ist das Ergebnis dieser und späterer Maßnahmen.
In den letzten Jahrzehnten wurde die Kirche durch private Spenden und Fördermittel saniert, insbesondere die baufällig gewordenen Türme konnten instand gesetzt werden. Aufgrund der Bauarbeiten konnte die Kirche über einen längeren Zeitraum nicht für Gottesdienste genutzt werden, weshalb in den 1990er Jahren ein neues Gemeindehaus in unmittelbarer Nähe errichtet wurde. Dieses Gebäude ziert eine kunstvolle Wandgestaltung des örtlich ansässigen Künstlers Christof Grüger.
Die St. Jakobi-Kirche ist heute ein offener Raum für Besucherinnen und Besucher und kann täglich zu bestimmten Zeiten betreten werden. Neben Gottesdiensten dient sie auch als Veranstaltungsort, etwa für Hochzeiten, die hier in einer feierlichen Atmosphäre gefeiert werden. Kerzen können angezündet und die Bibel gelesen werden – ein stilles Refugium inmitten der historischen Altstadt. Trotz ihrer bewegten Geschichte bleibt die Kirche ein kulturelles und spirituelles Zentrum von Schönebeck und ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst in Sachsen-Anhalt.