Kirche/Kloster

Martin-Luther-Kirche Schönheide

Hauptstraße 44, 08304 Schönheide

Highlights

  • Die Martin-Luther-Kirche Schönheide entstand 1543 mit einer Kapelle, die 300 Jahre als Friedhof diente; der heutige Turm (1596/1692) ist 43,5 m hoch.
  • 1902 prägten Industriellenfamilien (Querfurth, Flemming) den Neobarock-Stil: Sakristei, Familienlogen und eine 15 m hohe Stuckdecke mit Rokoko-Balustrade.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Eintritt in den Kirchenraum und den Besuch der historischen Ausstattung.
  • Der barrierefreie Parkplatz vor der Kirche bietet ausreichend Stellplätze für Besucher mit eingeschränkter Mobilität.
  • Die historische Stuckdecke und die Rokoko-Balustrade im Inneren zeigen die prächtige Umgestaltung aus dem Jahr 1902.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakrales in Schönheide: Martin-Luther-Kirche entdecken

Die Martin-Luther-Kirche Schönheide ist ein historisch bedeutsames Wahrzeichen des gleichnamigen Ortes und ein prägendes Element der regionalen Kulturlandschaft. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 1537 zurück, als der Waldarbeiter Urban Männel eine Hütte auf den Fluren der „Schönen Heide“ errichtete. Erst 1543 wurde die Gemeinde offiziell gegründet, doch der wirtschaftliche Aufschwung gestattete zunächst nur den Bau einer bescheidenen Friedhofskapelle auf dem heutigen Rathausplatz – dieser diente über drei Jahrhunderte als Gottesacker.

Der älteste Teil der heutigen Kirche ist der 1596 errichtete Turm, der 1692 mit einem achteckigen Aufbau versehen wurde und bis heute mit seiner 43,5 Meter hohen Turmspitze das Ortsbild prägt. Im Glockenstuhl beherbergt er drei Glocken und verkörpert damit den Kern der frühen Sakralarchitektur. Erst im 17. Jahrhundert folgte mit Pfarrer Johann Christoph Vogel 1677 die Ernennung zum ersten selbstständigen Gemeindepfarrer, der in ein neu erbautes Pfarrhaus einzog – ein Meilenstein für die institutionelle Verankerung der Kirchengemeinde.

Die prägendste Umgestaltung erfuhr die Kirche im frühen 20. Jahrhundert, als die Industrialisierung der Region durch die Familien von Querfurth (Eisenwerk Schönheiderhammer) und Flemming (Flamingo Bürstenwerke) finanzielle Mittel für einen umfassenden Neubau bereitstellten. 1902 entstand im Stil des Neobarock ein neuer Kirchenraum mit einer opulenten Stuckdecke in 15 Metern Höhe, die an Rokoko-Balustraden erinnert und an hunderten Drähten von der ursprünglichen Decke hängt. An der Ostseite wurden eine Sakristei sowie zwei von Familienwappen gekrönte Logen für die Förderer errichtet, während die Westseite mit einer neuen Orgel ausgestattet wurde.

Ein besonderes Juwel ist der älteste Kronleuchter der Kirche, der bereits 1708 geschaffen wurde und später durch weitere ähnliche Leuchter ergänzt wurde. Die barocke Trampelie-Orgel an der Ostseite musste dabei weichen, um Platz für den neugestalteten Chorraum zu schaffen. Die Kirche vereint so auf einzigartige Weise historische Elemente mit den Spuren der regionalen Wirtschaftsgeschichte – ein Zeugnis für die Verbindung von Glauben, Tradition und industriellem Aufschwung.

Heute steht die Martin-Luther-Kirche Schönheide unter der Leitung eines engagierten Kirchenvorstands, der sich seit 1996 für die lebendige Weiterentwicklung der Gemeinde einsetzt. Mit dem Ziel, Brücken zwischen Jung und Alt zu bauen und moderne, familienfreundliche Angebote zu schaffen, bewahrt sie gleichzeitig die historische Substanz. Barrierefreiheit wird großgeschrieben: Rollstuhlgerechter Zugang und Parkplatz ermöglichen allen Besuchern den Zugang zu diesem kulturellen Schatz. Die Kirche bleibt damit nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Ort der Begegnung und des regionalen Stolzes.

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