Wie wurde und wird das Moor genutzt?
Highlights
- Das Venner Moor wurde historisch durch Torfgewinnung und Entwässerung stark beeinträchtigt.
- Heute erfolgt eine Renaturierung durch Wiedervernässung und Entbuschung.
- Das Gebiet dient heute dem Naturschutz und ist Lebensraum gefährdeter Arten.
Tipps
- Wanderwege führen durch das Naturschutzgebiet, bieten aber keine Radwege innerhalb des Moorgebiets an.
- Parkplätze befinden sich hinter der blauen Kanalbrücke, rechte Seite in Richtung Senden.
- Bei Nebel oder im Winter lässt sich die mooreigene Atmosphäre besonders gut erleben.
Eigenschaften
Über Wie wurde und wird das Moor genutzt?
Das Naturschutzgebiet „Wie wurde und wird das Moor genutzt?“ in Schonstett im Landkreis Rosenheim bietet Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit, die vielschichtige Geschichte und aktuelle Nutzung des Moores hautnah zu erleben. Noch vor gut einem Jahrhundert war das ehemalige Hochmoor eine offene, baumlose Fläche, die durch natürliche Moorprozesse entstand. Im Laufe der Zeit wurde es durch Entwässerungsmaßnahmen und Torfabbau zunehmend beeinflusst. Diese menschliche Nutzung begann bereits im Mittelalter mit dem sogenannten Handtorfstich, als der Torf als Brennmaterial von großer Bedeutung war. Später führten weitere Eingriffe wie der Bau des Dortmund-Ems-Kanals zu einer weiteren Zerschneidung und Bewaldung des Gebiets.
Heute wird das Moor vorrangig für Naturschutz und Erholung genutzt. Seit den 1970er Jahren wurden gezielte Maßnahmen ergriffen, um das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen. Durch das Schließen von Entwässerungsgräben wurde das Moor wiedervernässt, wodurch sich Torfmoosrasen wieder ausbreiten und die typischen Moorlebensräume regenerieren konnten. Diese Revitalisierung trägt dazu bei, gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie die Krickente, den Schwarzspecht oder die Kreuzotter langfristig zu erhalten. Wanderer können auf ausgewiesenen Rundwegen die Entwicklung des Moores hautnah miterleben und dabei die Ruhe und Besonderheit dieser Naturlandschaft genießen.
Das Gelände ist besonders wegen seiner abwechslungsreichen Strukturen wie torfmoosreiche Wollgrasflächen, Seggenriede und zwergstrauchreiche Birkenwälder von hohem ökologischen Wert. Es dient als Lebensraum für verschiedene, zum Teil seltene Arten und ist Teil eines europäischen Schutzgebietsnetzes. Die Besucherinformationen vor Ort verdeutlichen anschaulich, wie sich die Nutzung des Moores im Laufe der Zeit verändert hat – vom Torfabbau über landwirtschaftliche Nutzung bis hin zum heutigen Schwerpunkt im Naturschutz. Besonders im Herbst oder bei Nebel bietet sich eine Wanderung hier an, um die mystische Atmosphäre des Moores vollends zu erleben.
Das Moor ist nicht nur ein Rückzugs- und Erholungsraum für Menschen, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Netzwerks in der Region. Die Zusammenarbeit verschiedener Naturschutzorganisationen und Behörden hat dazu beigetragen, das Moor langfristig zu schützen und weiterzuentwickeln. Informationen über die Schutzmaßnahmen und die Besonderheiten des Lebensraums Moor machen den Besuch zu einem lehrreichen Erlebnis. Wer das Gebiet besucht, kann auf gut ausgebauten Wegen die Schönheit und Stille der Moorlandschaft genießen – fernab vom Alltagsstress, mitten in der Natur.