Stadtpark

Prinzengarten

Im Pfaffenbach 2, 77955 Ettenheim

Highlights

  • Der Prinzengarten in Ettenheim existiert seit dem 17. Jahrhundert und wurde erstmals 1721 urkundlich erwähnt.
  • Er liegt heute im Westen des historischen Stadtkerns und ist zu Teilen durch eine Sandsteinmauer umgeben.
  • Ehemalige Besitzer waren unter anderem der Baron Franz Reinhart Albertini von Ichtratzheim und später die Familie Kopp.

Tipps

  • Über drei Zugänge erreichbar, lädt der Garten mit seiner idyllischen Atmosphäre und der Aussicht über Ettenheim zum Verweilen ein.
  • Besucher finden hier einen geschützten Rückzugsort mit historischem Flair, der besonders im Sommer und Frühjahr bezaubert.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Prinzengarten

Der Prinzengarten in Ettenheim zählt zu den historisch bedeutsamen und landschaftlich reizvollen Grünanlagen der Region. Gelegen im Westen des historischen Stadtkerns, unweit des ehemaligen Thomasthors, erstreckt sich der rund 3900 Quadratmeter große Garten auf einem von einer etwa zwei Meter hohen Sandsteinmauer umgebenen Gelände. Ursprünglich im 17. Jahrhundert angelegt, wechselte der Garten mehrfach den Besitzer, bevor er im Laufe der Jahrhunderte zu einem Ort von kultureller und städtebaulicher Bedeutung wurde. Heute wird der Park durch die Straßen „Im Pfaffenbach“ im Osten und „Thomasstraße“ im Norden begrenzt und verfügt über mehrere Zugänge sowie eine Zufahrt im Norden.

Die Geschichte des Prinzengartens ist eng verknüpft mit bedeutenden Persönlichkeiten der französischen Geschichte. Im späten 18. Jahrhundert nutzten der Kardinal Louis René Édouard de Rohan-Guéméné sowie der französische Prinz Louis Antoine Henri de Bourbon-Condé, Herzog von Enghien, diesen Garten während ihrer Exilzeit. Der Prinz soll sich hier heimlich mit der Nichte des Kardinals, Prinzessin Charlotte de Rohan, verlobt haben. Diese Verbindung verlieh dem Garten seinen heutigen Namen. Im 19. Jahrhundert wurde das Gelände aufgeteilt und diente verschiedenen Zwecken, darunter als Sommerwirtschaft mit Bierlagerkeller und Gesellschaftsräumen. Die Familie Kopp, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts Besitzer blieb, prägte das Erscheinungsbild des Gartens entscheidend.

Nachdem die Stadt Ettenheim die verschiedenen Grundstücksteile sukzessive erwarb, wurde der Garten in den 1990er Jahren zu einem öffentlichen Stadtgarten umgestaltet. Ursprünglich war geplant, an dieser Stelle einen Parkplatz anzulegen, was jedoch aufgrund von Bürgerprotesten verworfen wurde. Daraus entstand ein breit gefächerter bürgerschaftlicher Engagementschub, der den Erhalt und die Wiederherstellung des Gartens ermöglichte. Ein Förderverein mit über 200 Mitgliedern setzte sich aktiv für den Erhalt des Ortes ein. 2001 wurde der Enghien-Gartenpavillon als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt, wodurch der gesamte Gartenkomplex als Sachgesamtheit erfasst wurde.

Die Restaurierung des Prinzengartens orientierte sich am historischen Erscheinungsbild und wurde Anfang der 2000er Jahre abgeschlossen. Heute lädt der gepflegte Garten zu Spaziergängen ein und bietet sowohl im Frühjahr und Sommer als auch im Winter eine liebevoll angelegte Atmosphäre. Besucher berichten von einer besonderen Stimmung, die den Alltagsstress vergessen lässt. Besonders hervorgehoben wird die Aussicht vom Gartenhaus auf die umliegende Stadtlandschaft. Mit seiner Mischung aus historischem Erbe, kultureller Bedeutung und natürlicher Schönheit bleibt der Prinzengarten ein geschätzter Ort der Erholung in Ettenheim im Ortenaukreis.

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