Streuobstwiese
Highlights
- Die Streuobstwiese in Friesenheim wurde 1912 vom Obstbauverein unter Wilhelm Kohler gegründet und umfasst heute 6 Hektar.
- 1961 entstand eine Apfelspalieranlage mit Golden Delicious auf 1,5 Hektar durch lokale OGV-Mitglieder.
- Der Verein pflegt seit 1912 traditionell Streuobst und organisiert alle zwei Jahre Ausflüge zu Gartenschauen oder Kulturdenkmälern.
Tipps
- Auf den Flächen finden sich historische Apfelsorten wie Golden Delicious, die durch die 1961 errichtete Spalieranlage ‚Im Loh‘ erhalten und gepflegt werden.
- Einige Bereiche der Streuobstwiese sind mit Schildern versehen, die über die Bedeutung der Streuobstwiesen für die Artenvielfalt und den Obstbau informieren.
Eigenschaften
Streuobstwiese Friesenheim – Natur & Schutz
Die Streuobstwiese in Friesenheim ist ein wertvolles Naturschutzgebiet, das seit über einem Jahrhundert von engagierten Obstbauern und Naturschützern gepflegt wird. Die Wurzeln des heutigen Schutzgebietes reichen bis ins Jahr 1912 zurück, als ein Verein unter der Führung von Wilhelm Kohler und auf Anregung des Kulturinspektors Grüber aus Gengenbach gegründet wurde. Ziel war es, die traditionelle Obstkultur in der Region zu bewahren und zu fördern – eine Initiative, die bis heute lebendig ist.
Das Schutzgebiet erstreckt sich über mehrere Hektar und beherbergt eine artenreiche Vielfalt an Obstbäumen, darunter alte Apfelsorten wie den Golden Delicious, aber auch Tafel- und Brennkirschen. Besonders bemerkenswert ist die 1961 errichtete Apfelspalieranlage „Im Loh“, die von acht Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) angelegt wurde. Diese Anlage mit einer Fläche von rund 1,5 Hektar diente nicht nur der Obstproduktion, sondern auch der Erhaltung genetischer Ressourcen alter Sorten. Die Streuobstwiese ist somit ein lebendiges Archiv der regionalen Landwirtschaftsgeschichte.
Die Streuobstwiesen in Friesenheim sind eng mit der landwirtschaftlichen Tradition der Region verbunden. Während die Hauptschwerpunkte der lokalen Landwirtschaft heute beim Weinbau sowie dem Anbau von Weizen und Mais liegen, bleibt die Obstkultur ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes. Der OGV Friesenheim engagiert sich seit Jahrzehnten für den Erhalt dieser Biotope, indem er nicht nur die Bäume pflegt, sondern auch gesellige Aktivitäten wie Vereinsausflüge organisiert – etwa zu Landesgartenschauen oder kulturhistorischen Stätten im Wechsel.
Für Naturliebhaber und Geschichtsinteressierte bietet die Streuobstwiese ein einzigartiges Erlebnis: Sie verbindet ökologische Vielfalt mit regionaler Tradition. Die alten Bäume schaffen Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tierarten, während ihre Früchte gleichzeitig eine kulturelle Verbindung zur Vergangenheit herstellen. Durch die jahrzehntelange Arbeit des Vereins – von der Gründung 1912 bis zum 100-jährigen Jubiläum 2012 – ist dieses Schutzgebiet ein Beispiel für nachhaltiges Engagement in der Region.
Die Streuobstwiese in Friesenheim ist somit nicht nur ein Naturschutzgebiet, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte. Sie zeigt, wie traditionelle Landwirtschaft und moderne Naturschutzideen Hand in Hand gehen können – zum Wohl der Umwelt und der regionalen Identität.