Denkmal/Gedenkstätte

Mariennische Eschenrath

Eschenrath 14, 41366 Schwalmtal

Highlights

  • Die Gedenkstätte in Waldniel-Hostert erinnert an über 500 Opfer der NS-Psychiatrie und -Kinder-Euthanasie.
  • Seit 1988 besteht eine Gedenkstätte auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof, initiiert durch die Gemeinde Schwalmtal.
  • Ein Bronzetafel und der Kissenstein würdigen die unschuldigen Opfer, die zwischen 1939 und 1945 ermordet wurden.

Tipps

  • Besucher sollten sich über die historische Bedeutung des Ortes informieren, um den Besuch sinnvoll zu gestalten.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders für Interessierte der NS-Geschichte und Mahnmale.
  • Fotos sind erlaubt, jedoch sollte der respektvolle Umgang mit dem Ort stets gewährleistet sein.

Eigenschaften

Familie Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug zum Mariennischen Eschenrath in Schwalmtal: Kultur und Denkmal erkunden

Die Mariennische Eschenrath in Schwalmtal ist ein zentraler Erinnerungsort im Kreis Viersen und erinnert eindringlich an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen. Genauer gesagt gedenkt die Gedenkstätte der mehr als 500 behinderten und psychisch kranken Menschen – darunter viele Kinder –, die zwischen 1939 und 1945 in der sogenannten „Abteilung Waldniel“ systematisch ermordet wurden. Die Stätte befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Anstaltsfriedhofs und ist heute ein Ort der Mahnung, des Gedenkens und der Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-Zeit.

Die Geschichte der Gedenkstätte reicht bis in die 1960er Jahre zurück, als die Verantwortlichen der katholischen Kirchengemeinde erstmals mit den Gräbern der Opfer konfrontiert wurden. In den 1980er Jahren setzte sich die Gemeinde Schwalmtal aktiv für die Gestaltung eines würdigen Gedenkortes ein. Mit großem bürgerschaftlichem Engagement und pädagogischer Initiative entstand 1988 die erste Form der Gedenkstätte, die von der örtlichen Hauptschule betreut wurde. Schülerinnen und Schüler forschten damals über die Geschichte der Anstalt und ihrer Bewohner und trugen maßgeblich zur Aufarbeitung der Ereignisse bei.

Im Jahr 2018 wurde der Gedenkort nach umfangreichen Bauarbeiten neu gestaltet und der Öffentlichkeit übergeben. Die Umsetzung eines prämierten Entwurfs einer Wiener Architektengruppe führte zur Neugestaltung der Außenanlagen, einschließlich einer Mauer, eines Ossuariums und neuer Wege. Die neue Anlage unterstreicht die Bedeutung des Ortes als Mahnmal und ermöglicht einen reflektierten Umgang mit der Geschichte. Die Namen der Opfer sind auf einer dunklen Wand am Rand des Friedhofs eingraviert, um sie dauerhaft in Erinnerung zu halten.

Die Gedenkstätte dokumentiert nicht nur das individuelle Leid der Opfer, sondern auch die Verbrechen der Täter sowie die Verantwortung der Gesellschaft. Durch Publikationen wie „Das Kind ist nicht abrichtfähig“ von Andreas Kinast und Initiativen wie den „Waldnieler Appell“ wurde die Aufarbeitung der Geschichte weiter vorangetrieben. Der LVR als Rechtsnachfolger der Provinzialverwaltung hat sich nachdrücklich an der Weiterentwicklung des Gedenkortes beteiligt.

Heute ist die Mariennische Eschenrath ein Ort der stillen Begegnung und des Nachdenkens. Die ehemaligen Anstaltsgebäude sind nicht zugänglich, da sie sich im Privatbesitz befinden. Der Gedenkort selbst jedoch lädt dazu ein, sich mit der dunklen Geschichte auseinanderzusetzen und das Gedenken an die unschuldigen Opfern lebendig zu halten. Besucher berichten von einer bedrückenden, dennoch wichtigen Atmosphäre, die den Besuch zu einer tiefgreifenden Erfahrung macht.

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Häufige Fragen zu Mariennische Eschenrath

Was ist die Gedenkstätte Waldniel-Hostert?
Die Gedenkstätte erinnert an über 500 Opfer der NS-Psychiatrie und NS-Kinder-Euthanasie in Waldniel-Hostert zwischen 1939 und 1945. Sie befindet sich auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof und zeigt die Namen der Opfer sowie Dokumentationen des Leidens und der Verbrechen. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Welche Rolle spielt Andreas Kinast in der Aufarbeitung der Geschichte?
Andreas Kinast veröffentlichte das Buch „Das Kind ist nicht abrichtfähig“, das die Verbrechen in der Kinderfachabteilung Waldniel dokumentiert. Seit 2010 mehrfach aufgelegt, trug es maßgeblich zur medialen und öffentlichen Auseinandersetzung bei. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Wie kam es zur Neugestaltung der Gedenkstätte?
Aufgrund baufälliger Gebäude wurde 2016 ein Entwurf der Wiener Struber/Gruber-Arbeitsgemeinschaft umgesetzt. Nach Beschluss des Landschaftsausschusses wurden 335.000 Euro bereitgestellt, der Neubau erfolgte 2017/18. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Wer initiierte die erste Gedenkstätte in Waldniel-Hostert?
Die Gemeinde Schwalmtal initiierte 1986 die Gestaltung des ehemaligen Anstaltsfriedhofs als Gedenkstätte. Die Patenschaft übernahm 1987 die Hauptschule Schwalmtal, deren Schüler maßgeblich an den Vorbereitungen beteiligt waren. Stand Juni 2026.

Quelle: website