Tschamberhöhle
Highlights
- Die Tschamberhöhle ist eine aktive Bachhöhle im Muschelkalk des Dinkelbergs bei Rheinfelden.
- Sie hat eine Gesamtlänge von 1550 Metern, wobei 600 Meter öffentlich begehbar sind.
- Ein unterirdischer Bach durchfließt die Höhle und mündet in einen Wasserfall vor einer Quellgrotte.
Tipps
- Rucksäcke müssen am Eingang abgegeben werden, da die Höhle stellenweise sehr schmal und niedrig ist.
- Die Höhle ist naturbelassen und teilweise eng – geeignete Kleidung und feste Schuhe sind empfehlenswert.
- Fotos sind erlaubt, aber die Führung gibt wenig Zeit zum Verweilen und Fotografieren.
Eigenschaften
Über Tschamberhöhle
Die Tschamberhöhle liegt im baden-württembergischen Steinen, unweit des Rheins, im Ortsteil Riedmatt. Sie zählt zu den wenigen öffentlich zugänglichen Muschelkalkhöhlen in Deutschland und ist eine aktive Bachhöhle, die vom Schambach durchflossen wird. Etwa 1600 Meter der Höhlengänge sind bisher erforscht, wobei rund 600 Meter für Besucher erschlossen sind. Die Höhle bietet einen Einblick in mehrere Millionen Jahre Erdgeschichte und führt durch enge und niedrige Passagen bis hin zu beeindruckenden unterirdischen Wasserfällen.
Der Gang durch die Höhle erfolgt mit Helm und Taschenlampe, begleitet vom unterirdischen Flusslauf. Im Schauteil der Höhle, der etwa 560 Meter lang ist, können Besucher die natürliche Beschaffenheit der Gesteine sowie verschiedene geologische Formationen beobachten. Am Ende des Weges öffnet sich eine eindrucksvolle Grotte mit einem Becken, in das ein Wasserfall mündet. Besonders auffällig sind die vielfältigen Strukturen der Höhlenwände, die durch die langjährige Wirkung des Wassers entstanden sind.
Die Geschichte der Tschamberhöhle reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Der Name geht nicht, wie lange angenommen, auf eine Person namens Tschamber zurück, sondern leitet sich mundartlich vom Gewannnamen Schambachmatten ab. Nach Umbauten im Zuge der Hochrheinbahn wurde die Höhle zunächst verschüttet, später jedoch wiederentdeckt und seit Ende des 19. Jahrhunderts als Schauhöhle genutzt. Seit 2018 wird sie vom WST Rheinfelden betrieben.
Direkt am Zugang zur Höhle befindet sich das Geo-Museum Dinkelberg, das 2009 in einem Mehrfamilienhaus eröffnet wurde. Es zeigt eine Sammlung regionaler Gesteine, Kristalle und Fossilien und wird fachkundig von der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie betreut. Die Ausstellung vermittelt einen Überblick über die geologischen Besonderheiten des Dinkelbergs und ergänzt den Höhlenbesuch um wissenschaftliche Hintergründe.
Die Tschamberhöhle ist Teil eines geologisch vielfältigen Raumes. In der näheren Umgebung lassen sich weitere Höhlen finden, darunter die Nagelfluhhöhle, die Erdmannshöhle bei Hasel sowie das Teufelsloch. Die Höhle selbst ist außerhalb der Winterpause an Sonn- und Feiertagen zugänglich. Aufgrund der engen und niedrigen Gänge ist der Besuch mit Rucksack nicht möglich, dieser muss am Eingang zurückgelassen werden. Die Höhle gilt als naturbelassenes Ausflugsziel mit authentischem Erkundungscharakter.