Opferstein Melzingen
Highlights
- Der Opferstein von Melzingen ist ein vorgeschichtlicher Rillenstein aus grauem Granit mit einer Länge von 2,2 Metern.
- Er liegt südöstlich von Melzingen auf einem Feld und weist eine tiefe Rille am westlichen Ende auf.
- Archäologische Funde belegen seine Nutzung von der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit.
Tipps
- Der Opferstein ist über ein kleines Schild an der Straße ausgewiesen, der Zugang führt über ca. 5–10 Meter Feldweg.
- Der Stein liegt auf einem abgegrenzten Areal mit gemähter Wiese, ist jedoch nicht direkt erreichbar.
- Parken ist nur auf der Straße möglich, da das Gelände umpflügt und nicht für Fahrzeuge zugänglich ist.
Eigenschaften
Über Opferstein Melzingen
Der Opferstein von Melzingen ist eine bedeutende archäologische Fundstelle und zählt zu den bemerkenswerten Kulturdenkmälern im Landkreis Uelzen in Niedersachsen. Gelegen südöstlich des Ortsteils Melzingen, in der Gemeinde Schwienau, thront der monumentale Stein auf einem Feld, etwa 85 Meter südlich der Straße nach Immenhof. Obwohl er nicht direkt an der Straße liegt, ist der Opferstein durch ein kleines Schild gekennzeichnet, das am Straßenrand aufgestellt ist. Der Zugang zum Stein führt über ein kurzes Stück unbebauten Gelände, wobei der Weg etwa fünf bis zehn Meter über das Feld führt. Die umliegende Wiese wird regelmäßig gemäht, was den Stein gut sichtbar und zugänglich hält.
Der Opferstein selbst ist ein vorgeschichtlicher Rillenstein aus grauem Granit, der eine beeindruckende Größe von 2,2 Metern Länge, 1,8 Metern Breite und 1,14 Metern Höhe aufweist. Seine markanteste Besonderheit ist eine tief in den Stein eingelassene Rille, die sich am westlichen Ende befindet und etwa die Hälfte des Steins umschließt. Diese Rille, elf Zentimeter tief und zehn Zentimeter breit, verleiht dem Stein seinen Namen und zeugt von einer präzisen Bearbeitung in der Vergangenheit. Archäologische Untersuchungen in den 1950er Jahren unter der Leitung von Wolfgang Dietrich Asmus brachten zudem ans Licht, dass der Stein ursprünglich aufrecht, also als Menhir, positioniert war. Eine Standgrube am östlichen Ende sowie die Lage auf einem Rollsteinpflaster innerhalb einer Mulde deuten auf eine rituelle oder kultische Nutzung hin.
Die umliegende Mulde, etwa 30 Meter lang und 21 Meter breit, war einst vermutlich von einem flachen Erdwall umgeben. In ihrer Umgebung wurden verschiedene archäologische Funde entdeckt, darunter ein Feuersteinbeil, eine Felsgesteinsaxt, ein Bronzebeil sowie zwei natürliche Steine, die an Beile erinnern. Diese Artefakte belegen, dass der Opferstein über einen langen Zeitraum hinweg – von der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit – von Menschen aufgesucht und genutzt wurde. Bodenanalysen ergaben zudem stark erhöhte Phosphatwerte direkt am Stein, was auf die Niederlegung von Opfergaben hindeutet. Diese Befunde stützen die These, dass es sich bei dem Stein um einen regelmäßig genutzten Kultplatz gehandelt hat.
Der Name „Opferstein“ geht auf Volksüberlieferungen zurück, die mitunter von Blutopfern an dieser Stelle berichten. Eine Sage besagt, das Moos um den Stein rieche nach Blut, während eine andere von einem unter dem Stein verborgenen Schatz erzählt. Solche Erzählungen spiegeln den nach wie vor lebendigen kulturellen Nimbus wider, der diesem Denkmal innewohnt. Heute wird der Opferstein von Schwienau als geschütztes Natur- und Kulturdenkmal gepflegt und zieht Besucher an, die sich für die Vorgeschichte und die archäologischen Schätze Niedersachsens interessieren.