Stolpersteine
Highlights
- In Stadthagen erinnern Stolpersteine an NS-Opfer, deren Schicksale in der digitalisierten Wanderausstellung ‚entrechtet – vertrieben – ermordet‘ dokumentiert sind.
- Die Synagoge beherbergt eine Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte Stadthagens und Schaumburgs sowie eine originale Thorarolle aus dem 20. Jahrhundert.
- Die Wanderausstellung ‚entrechtet – vertrieben – ermordet‘ zeigt 20 Porträts von Verfolgten aus Schaumburg, die aus rassistischen oder politischen Gründen deportiert wurden.
Tipps
- Die Stolpersteine in Stadthagen erinnern an Opfer des Nationalsozialismus und deren Schicksale, die durch den Nationalsozialismus betroffen waren.
- Die Beschriftungen der Stolpersteine enthalten oft Namen, Geburts- und Sterbedaten sowie kurze Hinweise auf die Verfolgung oder Ermordung der Betroffenen.
- Ein Besuch der Synagoge ermöglicht den Zugang zu einer Dauerausstellung mit historischen Informationen zur jüdischen Geschichte in der Region.
Eigenschaften
Stolpersteine Stadthagen – Kulturdenkmal entdecken
Die Stolpersteine in Stadthagen sind ein bewegendes Mahnmal, das an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Initiiert vom Künstler Gunter Demnig, markieren die kleinen Messingplatten mit Namen, Lebensdaten und Schicksalen der Verfolgten Orte, an denen diese einst lebten oder arbeiteten. In Stadthagen liegen die Steine an verschiedenen Standorten, die an jüdische Mitbürger:innen, politische Gegner:innen und andere Betroffene erinnern, die während der NS-Zeit deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden.
Die Initiative in Stadthagen ist eng mit der lokalen Erinnerungskultur verbunden. Besonders die Synagoge der Stadt spielt dabei eine zentrale Rolle: Im Erdgeschoss befindet sich eine Dauerausstellung, die die Geschichte der jüdischen Gemeinde und die Verfolgung während des Nationalsozialismus dokumentiert. Hier werden religiöse Artefakte wie eine originale Thorarolle gezeigt und die Schicksale einzelner Familien nachgezeichnet. Die Ausstellung verbindet historische Fakten mit persönlichen Biografien und macht so die Auswirkungen der NS-Diktatur greifbar.
Ein weiteres zentrales Element ist die Wanderausstellung „entrechtet – vertrieben – ermordet“, die in Stadthagen entwickelt wurde. Anhand von 20 Bannern werden exemplarisch Menschen aus Schaumburg vorgestellt, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder politischen Überzeugung verfolgt wurden. Die Ausstellung kann von Schulen und Gruppen ausgeliehen werden und ist auch digital einsehbar. Sie ergänzt die Stolpersteine als lebendiges Gedächtnis und fördert die Auseinandersetzung mit der regionalen NS-Geschichte.
Die Stolpersteine selbst sind Teil eines bundesweiten Projekts, das seit den 1990er-Jahren realisiert wird. In Stadthagen erinnern sie an konkrete Schicksale und fordern auf, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Durch die Kombination aus individuellen Erinnerungsorten und thematischen Ausstellungen wird ein ganzheitliches Bild der Verfolgung und des Widerstands vermittelt – ein wichtiger Beitrag zur historischen Aufklärung und zur Bewahrung des kollektiven Gedächtnisses.
Besucher:innen können die Stolpersteine entlang der historischen Wege der Stadt entdecken und sich in der Synagoge oder durch die Wanderausstellung vertiefend informieren. Die Initiative zeigt, wie lokale Erinnerungskultur lebendig bleibt und die Verantwortung für die Vergangenheit wachhält. Die Verbindung von Kunst, Geschichte und pädagogischer Arbeit macht die Stolpersteine zu einem bedeutsamen kulturellen Denkmal mit nachhaltiger Wirkung.