Kapelle Höver
Highlights
- Die Kapelle Höver wurde 1494 als Wehrkirche errichtet und verfügte über 80 cm starke Mauern mit Schießscharten.
- Im Inneren der Kapelle hängen heute zwei Gemälde des in Höver aufgewachsenen Malers Heinrich Plühr.
- Höver ist bekannt für das Zementwerk Alemania, das ab 1973 mit 3.000 t Tagesleistung Deutschlands leistungsstärkstes Werk seiner Art war.
Tipps
- Besucher der Kapelle Höver finden Parkplätze in der Nähe der Ortsmitte.
- Das Gelände rund um die ehemalige Wehrkirche ist fußläufig erkundbar.
- Informationen zur Geschichte der Zementindustrie sind im Ortsteil allgegenwärtig.
Eigenschaften
Über Kapelle Höver
Die Kapelle Höver befindet sich im Ortsteil Höver der Stadt Sehnde im südöstlichen Niedersachsen. Sie ist ein sakraler Ort mit historischer Bedeutung und zählt heute zu den Kultur- und Ausflugszielen der Region. Errichtet wurde die Kapelle im Jahr 1494 und diente damals als Wehrkirche. Auffällig sind ihre 80 cm starken Mauern sowie die vorhandenen Schießscharten, die auf ihre Funktion als Schutzraum im Konfliktfall hinweisen. Die robuste Bauweise spiegelt die unsicheren Zeiten jener Epoche wider.
Die Kapelle Höver beherbergt im Inneren zwei Gemälde des Malers Heinrich Plühr, der in Berkum geboren wurde und in Höver aufwuchs. Plühr war unter anderem Lithograf, Fotograf und später Kunstprofessor in Weimar. Seine Werke in der Kapelle sind ein Zeugnis der regionalen Kunstgeschichte und verbinden die Ortschaft mit überregionalen kulturellen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts. Die Gemälde sind bis heute erhalten und tragen zur besonderen Atmosphäre des sakralen Gebäudes bei.
Der Ort Höver selbst liegt im historischen Siedlungsraum des Großen Freien und wurde erstmals im Jahr 1250 urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Gemeinde zu einem Industrie- und Verkehrsknotenpunkt, geprägt unter anderem durch das nahegelegene Zementwerk Alemania, später Nordcement und heute Teil des Unternehmens Holcim. Die industrielle Prägung des Ortes steht im Kontrast zur ruhigen Kapelle, die als Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und Glaubenskultur erhalten geblieben ist.
Die Kapelle war einst Mittelpunkt einer evangelisch-lutherischen Kapellengemeinde, die bis zum Jahr 2012 bestand. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Höver 1974 in die Stadt Sehnde eingegliedert, und die kirchliche Zuständigkeit ging auf die Kirchengemeinde Ilten über. Die Kapelle bleibt dennoch ein Ort der Besinnung und ein kulturhistorisches Denkmal, das Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die Vergangenheit der Region ermöglicht.