Schausteinbruch Häuselloh
Highlights
- Das Gelände zählt als Geotop und beherbergt Denkmale sowie alte Forst- und Zollhäuser aus dem 19. Jahrhundert.
- Seit 1993 wird hier die Tradition des Steinbruchs und alter Waldberufe wie Köhlerei und Theerbrennerei lebendig bewahrt.
Tipps
- Bei der Führung im Schausteinbruch Häuselloh lohnt es sich, festes Schuhwerk zu tragen, da das Gelände uneben sein kann.
- Interessierte sollten sich über das Meilerfest informieren, das seit 1994 traditionell Holzkohle durch Köhlerei herstellt.
- Der Schausteinbruch ist besonders bei Spaziergängen im Selber Forst eine sehenswerte Station mit historischen Exponaten und Erklärungen.
Eigenschaften
Über Schausteinbruch Häuselloh
Der Schausteinbruch Häuselloh liegt im Gemeindeteil Häusellohe der Stadt Selb im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Ursprünglich ab 1898 als aktiver Steinbruch für den Abbau von Granit genutzt, wurde das Gelände später zu einem Schauplatz historischer Steinverarbeitung und technischer Tradition. Heute zählt der Schausteinbruch zu den Museen der Region und ist als Geotop ausgewiesen. Die erhaltenen Gebäude und Anlagen vermitteln anschaulich den Alltag und die Arbeitsbedingungen früherer Jahrzehnte, als hier intensiv Stein gefördert und verarbeitet wurde.
Die Anlage wurde 1993 als Freilichtmuseum eröffnet und zeigt eine Verbindung aus alter Technik und natürlicher Umgebung. Neben der ehemaligen Steinsäge und den Bruchanlagen sind auch weitere historische Elemente erhalten geblieben, die Einblicke in die lokale Industriegeschichte ermöglichen. Besucher berichten von informativen Führungen, die gut strukturiert und lehrreich gestaltet sind. Die Erklärungen vor Ort helfen dabei, die Bedeutung des Ortes und seine Rolle im Kontext des Selber Forstes und der umliegenden Kulturlandschaft nachzuvollziehen.
Der Schausteinbruch ist Teil eines größeren kulturellen und natürlichen Ensembles. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Naturschutzgebiet Häuselloh, das als größtes Moorgebiet des Fichtelgebirges gilt. Auch das jährlich stattfindende Meilerfest, erstmals 1994 ausgerichtet, knüpft an die Tradition der hier betriebenen Köhlerei und Theerbrennerei an. Diese alten Waldberufe wurden in den 1990er Jahren durch ehrenamtliches Engagement und pädagogische Initiativen wiederbelebt. Das Meilerfest sowie die Vorführungen vor Ort tragen dazu bei, historische Handwerkskunst und regionale Kreisläufe lebendig zu erhalten.
Das Gelände wird heute vom Verein Europäische Natur- und Kulturlandschaft Häuselloh e. V. betreut. Neben der Pflege des Schausteinbruchs engagiert sich der Verein für die Darstellung regionaler Geschichte und den Erhalt kultureller Traditionen. Die Theerbrennerei und Köhlerei wurden 2015 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Diese Anerkennung unterstreicht die Bedeutung des Schausteinbruchs als Ort lebendiger Kulturvermittlung und naturgeschichtlicher Bildung im Fichtelgebirge.