Stadtpfarrkirche Herz Jesu Selb
Highlights
- Seit 1485 bis 1528 hatte der Markgraf von Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth das Recht zur Einsetzung eines Pfarrers in Selb; 1864 wurden Katholiken der Pfarrei Marktredwitz zugeordnet.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Besuch der Kirche für alle Gäste.
- Die Kirche verfügt über einen speziellen Parkplatz, der für Besucher mit Mobilitätseinschränkungen reserviert ist.
- Das Innere der Kirche zeigt ein bedeutendes Mosaik von Isolde Maria Joham, das das himmlische Jerusalem darstellt.
Eigenschaften
Kultur & Sakral: Herz-Jesu-Kirche Selb-Erkersreuth
Die Stadtpfarrkirche Herz Jesu in Selb-Erkersreuth ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk im Herzen Oberfrankens und ein zentraler Ort für die katholische Gemeinde der Region. Die Geschichte der Kirche ist eng mit der Entwicklung der katholischen Präsenz in Selb verbunden, die nach der Reformation zunächst unterbrochen, aber später wiederbelebt wurde. Bereits seit dem 15. Jahrhundert hatte der Markgraf von Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth das Recht zur Einsetzung eines Pfarrers in Selb inne, was auf die frühe christliche Prägung des Raumes hinweist.
Die heutige Kirche entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Bedarf an katholischen Gottesdiensträumen in Erkersreuth deutlich wuchs. Nach dem Abriss einer Vorgängerbaus wurde zwischen 1963 und 1966 die aktuelle Herz-Jesu-Kirche auf ihren Grundmauern neu errichtet. Besonders prägend für das Innere wurde die künstlerische Ausstattung durch die Wiener Künstlerin Isolde Maria Joham, die 1966 ein beeindruckendes Mosaik schuf. Dieses zeigt das himmlische Jerusalem mit Christus in der Mitte und verleiht der Kirche ihren einzigartigen sakralen Charakter.
Die Pfarrei Heilig Geist, zu der die Herz-Jesu-Kirche gehört, wurde offiziell 1969 gegründet und umfasst neben Erkersreuth auch weitere Ortsteile wie Schönwald und Mittelweißenbach. Die Kirche dient seitdem als spirituelles Zentrum für die katholische Gemeinschaft und bietet mit ihrer modernen Architektur sowie der künstlerischen Ausstattung einen Ort der Besinnung und des Gebets. Besonders hervorzuheben ist die barrierefreie Gestaltung, die auch Rollstuhlfahrern den Zugang ermöglicht und die Kirche für alle Besucher zugänglich macht.
Die Umgebung von Selb-Erkersreuth war bereits im Mittelalter von christlicher Prägung geprägt, wie das 1417 gegründete Kloster Waldsassen nahe der Grenze zu Bayern bezeugt. Auch historische Dokumente wie das „Landbuch der sechs Ämter“ aus dem Jahr 1499 belegen, dass Schönwald bereits damals Teil der Pfarrei Selb war. Die Kirche steht somit in einer langen Tradition katholischer Seelsorge, die sich bis in die Gegenwart fortsetzt und die Region kulturell bereichert.
Für Besucher bietet die Herz-Jesu-Kirche nicht nur eine ansprechende Architektur und eine bedeutende Kunstausstattung, sondern auch einen Ort der Stille und des Rückzugs. Die Kirche ist ein lebendiger Teil der lokalen Geschichte und ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Identität von Selb-Erkersreuth. Durch ihre zentrale Lage und die offene Gestaltung ist sie ein willkommener Anlaufpunkt für Gläubige und Interessierte gleichermaßen.