Maria Meeresstern
Highlights
- Die katholische Kirche Maria Meeresstern in Sellin wurde 1912 geweiht und steht unter dem Marientitel Stella Maris.
- Bis 1949 gehörte sie zur Kuratie Binz und ist seit den 1950er Jahren Ziel der jährlichen Inselwallfahrt.
- Nach umfangreichen Sanierungen wurde 1995 die Wallfahrtstradition wieder aufgenommen.
Tipps
- Die Kirche Maria Meeresstern liegt idyllisch direkt an der Steilküste von Sellin und ist zu Fuß über einen kurzen Anstieg erreichbar.
- Während der Badezeit finden Gottesdienste meist im evangelischen Gemeindezentrum statt; außerhalb in der Kirche direkt.
- Jährlich am Pfingstmontag findet die traditionelle Inselwallfahrt zur Kirche statt, verbunden mit kulturellen und religiösen Brauchtümern.
Eigenschaften
Über Maria Meeresstern
Die katholische Kirche „Maria Meeresstern“ in Sellin zählt zu den bedeutenden sakralen Bauten auf der Insel Rügen und ist ein markantes Wahrzeichen des Ostseebades. Der Name der Kirche lehnt sich an den alten Marientitel „Stella Maris“ an, was besonders zur Lage an der Steilküste passt. Errichtet wurde das Gotteshaus im Jahre 1912 und gilt als kleiner Basilika im Stil des Historismus mit romanischen und gotischen Elementen. Der Entwurf stammt vom Kölner Regierungsbaumeister Heinrich Krings. Die Kirche befindet sich in einer malerischen Waldlandschaft unweit der Steilküste und bietet neben ihrem kulturellen und architektonischen Wert auch einen inspirierenden Ort der Ruhe und Besinnung.
Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts bestand der Wunsch, katholischen Urlaubern auf Rügen eine Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch zu bieten. Erste Gottesdienste fanden bereits 1906 in provisorischen Räumen statt. Mit der Weihe der Kirche 1912 wurde ein fester Ort für die liturgische Gemeinschaft geschaffen. Besondere Beachtung fand die alljährliche Inselwallfahrt, die erstmals am Pfingstmontag 1951 stattfand. Anlass war das Bestreben, katholisches Brauchtum in der Zeit der Heimatvertriebenen zu bewahren. Bis in die 1960er Jahre zog die Wallfahrt Hunderte Gläubige an, ehe sie aufgrund politischer Einflüsse in der DDR nach Bergen verlegt wurde. Seit 1996 lebt die Wallfahrtstradition wieder auf und zieht erneut viele Teilnehmer an.
Die Kirche selbst beherbergt einige kunstvolle Elemente, darunter einen von Georg Tyllack geschaffenen Muttergottesaltar, der 1952 von den Wallfahrern gestiftet wurde. Im Innenraum befindet sich auch ein Relief aus dem ursprünglichen Hochaltar, das die biblische Geschichte vom reichen Fischfang darstellt. Seit 2005 erklingt in der Kirche eine Orgel der Firma Sauer, die mit ihren acht Registern und mechanischer Spieltraktur ein beeindruckendes Klangbild bietet. Die idyllische Lage direkt am Steilufer macht „Maria Meeresstern“ zudem zu einem beliebten Ort für Trauungen, nicht zuletzt wegen der Nähe zur Selliner Seebrücke.
Die Kirche ist in der Regel in den Sommermonaten für Besuche geöffnet und lädt sowohl Gläubige als auch Interessierte zu einem Besuch ein. Regelmäßige Gottesdienste werden abgehalten, wobei in der kalten Jahreszeit die Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde vor Ort besteht. Die Katholische Kirche „Maria Meeresstern“ ist Teil der Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin und gehört zur Gemeinde St. Bonifatius Bergen auf Rügen. Sie steht somit nicht nur für religiöse Tradition, sondern auch für die kulturelle und soziale Verbundenheit der Region.