Aussichtspunkt

Hünstollen

37136 Waake

Highlights

  • Der Hünstollen ist ein 423,7 Meter hoher bewaldeter Berg im Göttinger Wald, nordwestlich von Waake gelegen.
  • Auf dem Berg befinden sich Reste einer mittelalterlichen Fluchtburg mit Ringwällen, Trockenmauern und Kalkbrennöfen.
  • Seit dem 19. Jahrhundert dient der Hünstollen als Erholungsgebiet, auf dem Gipfel steht ein Aussichtsturm.

Tipps

  • Wanderwege führen zum Gipfel, der Holzturm bietet Aussicht bis zum Harz und Seeburger See.
  • Der Turm ist oft geschlossen, vor Ort keine Öffnungszeiten verfügbar.
  • Historische Fluchtburg mit Ringwällen aus vorrömischer Eisenzeit und Mittelalter.

Eigenschaften

Outdoor Aktiv Romantisch Ganzjährig

Über Hünstollen

Der Hünstollen ist ein 423,7 Meter hoher Berg im Nordosten des Göttinger Waldes im Landkreis Göttingen, nahe dem Ort Waake. Er ragt spornartig aus der steilen Schichtstufenkante des Göttinger Walds hervor, der zu den südlichen Ausläufern des Leineberglands gehört. Der Gipfel befindet sich in der Gemarkung Pless-Forst, Gemeinde Bovenden, und ist von bewaldeten Hängen umgeben. Der Berg ist über Wanderwege erreichbar, insbesondere von Bösinghausen aus, einem nördlichen Ortsteil von Waake.

Historisch gesehen bot der Hünstollen aufgrund seiner natürlichen Steilhänge und strategischen Lage einst Schutz. In vorrömischer Eisenzeit und später im hohen Mittelalter wurde der Berg als Fluchtburg genutzt. Drei Ringwall-Graben-Linien sicherten das Areal ab, das insgesamt etwa 220 Meter lang und maximal 185 Meter breit war. Archäologische Funde belegen sowohl spärliche Besiedlungsspuren als auch den Bau einer Trockenmauer und mehrerer Kalkbrennöfen. Der innere Wall wurde teilweise aus Versturzmaterial einer älteren Steinmauer errichtet, während die äußeren Wälle aus einfachen Aufschüttungen bestehen. Ein ursprünglicher Zugang führte entlang des Steilhangs im Süden, während heute ein Waldweg quer durch die Wallanlagen verläuft.

Seit dem 19. Jahrhundert dient der Hünstollen als Erholungsgebiet innerhalb des Göttinger Stadtwaldes. Bereits 1882 errichtete der Göttinger Verschönerungsverein eine Schutzhütte auf dem Gipfel. In den folgenden Jahren wurde diese ausgebaut und durch einen Gastwirt betrieben, der sonntags Ausschank anbot. 1913 entstand durch denselben Verein ein Holzturm, dessen Fundament von einem lokalen Gastwirt finanziert wurde. Mehrfache Renovierungen sicherten den Erhalt der Hütte und des Turms, der bis heute ein markantes Element der Berglandschaft darstellt.

Der Aussichtsturm auf dem Hünstollen gewährt einen weiten Rundblick über das Umland. Von der Plattform aus sind unter anderem der Seeburger See sowie Teile des Harzes sichtbar. Die Baumhöhe und die abgelegene Waldlage tragen zu einer ruhigen Atmosphäre bei, die sowohl Wanderer als auch Naturliebende anspricht. Allerdings ist der Turm in den letzten Jahren nur unregelmäßig geöffnet, unter anderem aufgrund technischer Probleme und pandemiebedingter Einschränkungen.

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