Galerie B
Highlights
- Galerie B in Sinzheim zeigt seit 2008 Einzelausstellungen internationaler Glaskünstler wie Maria Bang Espersen, deren Werke auch vom Victoria & Albert Museum London erworben wurden.
- Aktuell werden dynamische Glasobjekte von Josepha Gasch-Muche gezeigt: Hauchdünne Splitter erzeugen durch Lichtreflexe bewegliche, kubische Energiefelder.
Tipps
- Der barrierefreie Parkplatz ermöglicht rollstuhlgerechtes Anfahren und sicheres Abstellen von Fahrzeugen.
- Die Ausstellung zeigt Glasobjekte, die durch präzise Schichtung von Splittern dynamische Lichtreflexionen erzeugen und sich bei Bewegung verändern.
- Die Präsentation verbindet Skulpturen und Malerei, wobei dunkle, aschehaltige Materialien melancholische Bildwelten mit lichtführenden Effekten schaffen.
Eigenschaften
Kultur-Galerie Sinzheim: Galerie B entdecken
Die Galerie B in Sinzheim zählt zu den bedeutendsten Adressen für zeitgenössische Glaskunst in Europa. Seit ihrer Gründung hat sie sich als führende Plattform etabliert, die innovative Glasobjekte internationaler Künstler:innen präsentiert. Besonders prägend war die frühe Unterstützung von Pionier:innen wie Ann Wolff, deren Arbeiten seit über zwei Jahrzehnten Teil des Programms sind. Wolff gilt als Wegbereiterin der „Studioglas-Bewegung“ und war eine der ersten, die Glas in den 1960er-Jahren als künstlerisches Material systematisch erforschte. Ihre Skulpturen, entstanden durch das Verformen von Glassträngen, wurden bereits im Victoria and Albert Museum London erworben – ein Beleg für ihren internationalen Einfluss.
Ein zentraler Fokus der Galerie liegt auf der Vermittlung von Glas als vielschichtiges Medium, das zwischen Transparenz und Opazität, Leichtigkeit und Materialität oszilliert. Aktuelle Ausstellungen zeigen Werke von Künstler:innen wie Maria Bang Espersen, deren Glasstrang-Skulpturen durch mechanische Verformung entstehen, oder Franz-Xaver Höller, dessen filigrane Objekte durch das Verschmelzen industrieller Glasröhren entstehen. Höller thematisiert in seinen Arbeiten das Spannungsfeld zwischen Bindung und Trennung – eine Idee, die sich auch in seinen „Ballon“-Skulpturen widerspiegelt. Seine Werke sind in renommierten Sammlungen wie dem Hokkaido Museum (Japan) oder dem Corning Museum of Glass (New York) vertreten.
Die Galerie B verbindet Einzelpräsentationen mit thematischen Gruppenausstellungen, die die Bandbreite der Glaskunst aufzeigen. So wurden bereits Künstler:innen wie Erwin Eisch, Paolo Martinuzzi oder Toots Zynsky gemeinsam gezeigt – alle drei als Pioniere ihrer Zunft anerkannt. Zynskys filigrane Glasfaden-Objekte, die an exotische Gefiederstrukturen erinnern, sind weltweit gefragt und finden sich in Sammlungen von New York bis Paris. Auch Josepha Gasch-Muches geometrische Splitterobjekte, die durch Lichtreflexionen dynamisch wirken, oder die melancholischen „Lichtgestalten“ von Aurelia Waßer – inspiriert von William Turners Landschaftsmalerei – zeigen die Vielfalt des Mediums. Jede Ausstellung wird dabei als eigenständiges Erlebnis konzipiert, das den Betrachter:innen neue Perspektiven auf Glas als künstlerische Sprache eröffnet.
Ein besonderes Merkmal der Galerie B ist ihre Rolle als Brückenbauer zwischen Kunst und Wissenschaft. Viele der ausgestellten Werke entstehen in experimentellen Prozessen, die traditionelle Glasherstellung mit modernen Techniken verbinden. So verwandeln sich Objekte etwa durch UV-Licht oder schräge Beleuchtung – wie in Gemeinschaftsprojekten mit internationaler Strahlkraft. Die Galerie begreift sich dabei nicht nur als Ausstellungsort, sondern als Plattform für den Dialog zwischen Künstler:innen, Sammler:innen und Publikum. Durch die Präsentation von Werken, die von abstrakten Strukturen bis zu figürlichen Erzählungen reichen, wird Glas hier als universelles Medium erforscht – eines, das ohne Worte kommuniziert und gleichzeitig kulturelle Grenzen überschreitet.
Für Besucher:innen bietet die Galerie B nicht nur einen Einblick in die aktuelle Glaskunstszene, sondern auch in die historische Entwicklung des Mediums. Ob als Pionierarbeit wie Wolffs frühe Studien oder als zeitgenössische Positionierungen wie Espersens industriell inspirierte Skulpturen – jede Ausstellung erzählt eine eigene Geschichte. Der rollstuhlgerechte Parkplatz und die barrierefreie Gestaltung unterstreichen dabei den Anspruch, Kunst für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Sinzheim wird damit zu einem versteckten Juwel der kulturellen Landschaft, das mit seiner Fokussierung auf Glas eine einzigartige Nische in der deutschen Kunstlandschaft einnimmt.