Kirche/Kloster

Kollegiatsstift St. Johann

Krauterermarkt 5, 93047 Regensburg

Highlights

  • Gegründet 1127 als Kollegiatstift St. Johann, eng verbunden mit dem Regensburger Dom und ursprünglich mit einer Taufkirche für Johannes den Täufer.
  • Barocke Ausstattung wie 1768–1769 von Johann Nepomuk Schöpf gemalte Fresken und ein 1730 gefertigtes Orgelgehäuse prägt die Stiftskirche seit dem Umzug im 13. Jahrhundert.
  • Seit 1826 als Seniorenstift organisiert, verfügt es über sechs Kanonikate und verwaltet ein reichhaltiges Archiv mit Handschriften seit dem 12. Jahrhundert.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur-Ausflug: Sakrale Schätze im Kollegiatsstift St. Johann Regensburg

Das Kollegiatsstift St. Gegründet 1127 als geistlicher Mittelpunkt, entstand die Stiftskirche ursprünglich als Taufkirche westlich des Domes. Bischof Kuno I. verlegte sie im 11. Jahrhundert an ihren heutigen Standort und gestaltete sie als geostete zweischiffige Anlage – ein Zeugnis mittelalterlicher Architektur, das bis heute prägt.

Im Lauf der Jahrhunderte prägten barocke Umgestaltungen das Erscheinungsbild der Kirche. Besonders hervorzuheben sind die 1768 von Johann Nepomuk Schöpf geschaffenen Fresken, von denen 1976/77 zwei restauriert wurden. Der Hochaltar mit den Figuren der Johannes und des Nepomuk sowie das Chorgestühl aus demselben Zeitraum zeugen vom reichen Kunstschatz des 18. Jahrhunderts. Auch spätgotische Altäre wie der Sebastianialtar mit den Figuren des Stephanus und Nikolaus blieben erhalten und spiegeln die vielfältige Kunstgeschichte des Stiftes wider.

Das Kollegiatsstift war stets eng mit dem Regensburger Dom verbunden, sowohl architektonisch als auch personell. Ursprünglich als Gemeinschaft von Kanonikern organisiert, entwickelte es sich zu einem Seniorenstift mit klaren Verwaltungsstrukturen. Nach der Eingliederung in das Königreich Bayern erhielt es 1826 die Erlaubnis zur Wahl eines Stiftsdekans, der seither die Leitung übernimmt. Die Statuten wurden mehrfach angepasst – zuletzt 2022 – um den zeitgemäßen Anforderungen gerecht zu werden.

Heute ist das Stift nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein kulturelles Zentrum. Die 2004 restaurierte Stiftsorgel mit 25 Registern und barockem Prospekt wird von Stiftsorganist Thomas Gleißner betreut, der für die Wiederbelebung klassischer Vokalpolyphonie und Mozart-Messen sorgt. Die Tradition lebendiger Kirchenmusik ist fester Bestandteil der Gottesdienste an den Hochfesten wie Weihnachten, Ostern oder den Patrozinien.

Das Kollegiatsstift bewahrt zudem ein reichhaltiges Archiv und eine kleine Bibliothek mit spätmittelalterlichen Handschriften und Inkunabeln. Seit 1972 werden diese Bestände vom Bischöflichen Zentralarchiv und der Zentralbibliothek Regensburg verwaltet, was ihre wissenschaftliche Nutzung sichert. Als lebendige Institution verbindet das Stift historische Kontinuität mit moderner Spiritualität – ein einzigartiges Erbe mitten in Regensburgs Altstadt.

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