Kirche/Kloster

Kirche St. Maria zur Wiese

Wiesenstraße 28, 59494 Soest

Highlights

  • Die evangelische Wiesenkirche in Soest ist eine gotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert.
  • Das Marienbild aus dem 12. Jahrhundert machte die Kirche einst zu einem Pilgerziel.
  • Die Kirche hat einen fast quadratischen Grundriss und einen lichten, harmonischen Innenraum.

Tipps

  • Während des Besuchs lohnt sich ein Blick auf die bemalten Fenster, darunter eine besondere Darstellung des Abendmahls, die regional einmalig ist.
  • Öffentliche Führungen finden regelmäßig statt und bieten vertiefende Einblicke in die Baugeschichte sowie die kunsthistorischen Besonderheiten der Kirche.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Kirche St. Maria zur Wiese

Die Kirche St. Maria zur Wiese in Soest zählt zu den bedeutendsten sakralen Bauten Westfalens und gilt als formvollendete Hallenkirche mit gotischem Grundriss. Ihr Name verweist auf den Ort ihrer Errichtung – einst eine feuchte Wiese, die nach der Entwässerung für den Kirchenbau genutzt wurde. Der Grundstein für den heutigen Bau wurde im Jahr 1313 gelegt. Das Bauwerk entstand aus Grünsandstein und zeichnet sich durch einen nahezu quadratischen Grundriss sowie ein harmonisches Innenraumgefüge aus. Drei flach gewölbte Schiffe gleicher Höhe vermitteln einen lichtdurchfluteten Eindruck, verstärkt durch hohe Fensterbahnen, die im Chor fast bis zum Boden reichen.

Das architektonische Besondere der Kirche liegt in der kapellenartig gestalteten Hauptapsis mit sieben Seiten eines Zehnecks sowie den eleganten Nebenapsiden ohne Strebepfeiler. Die Innenräume werden von schlanken Bündelpfeilern dominiert, die mit herabgeführten Birnstabrippen ausgestattet sind und den Raum filigran strukturieren. Diese Formensprache sowie die fein gearbeiteten architektonischen Details tragen zu einem außergewöhnlich hellen und harmonischen Gesamtbild bei. Ursprünglich beherbergte die Kirche ein mittelalterliches Marienbild, das Pilger aus der Region anzog. Im Zuge der Reformation wurde das Bild entfernt und später an die Stadt Werl übergeben, wo es bis heute verehrt wird.

Die charakteristischen Doppeltürme der Westfassade mit ihren durchbrochenen Helmen prägen maßgeblich die Silhouette der Soester Altstadt. Sie wurden jedoch erst im 19. Jahrhundert hinzugefügt, nachdem die notwendigen Mittel durch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen bereitgestellt worden waren. Die Türme folgen ursprünglich gotischen Vorbildern, ihre offenen Maßwerkhelme erinnern an Spitzbogenformen, wie sie auch am Kölner Dom zu finden sind. Ein hölzernes Sakramentshaus im Chor dient als Zeugnis der ursprünglichen Bauplanung mit Turmhelmen.

Die Wiesenkirche ist nicht nur ein architektonisches, sondern auch ein kulturelles Zentrum der Stadt. Regelmäßig finden hier Gottesdienste, Konzerte und öffentliche Führungen statt. Die Kirche wird von der evangelischen Emmaus-Gemeinde betreut, die verschiedene Veranstaltungen im kirchlichen und kulturellen Rahmen organisiert. Die Besucher der Kirche schätzen die klare Bauform, die großzügigen Glasflächen und die ruhige Atmosphäre des Raumes. Viele betonen die außergewöhnliche Handwerkskunst der Baumeister und Steinmetze, die über Jahrhunderte hinweg an der Kirche wirkten.

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