Ev.-Luth. Kirchgemeinde Sohland/Spree
Highlights
- Ev.-Luth. Kirchgemeinde Sohland/Spree: Romanischer Turmrest mit 11 Schießscharten und originale Kirchhofmauer aus dem Mittelalter erhalten.
- 1824 neu erbaut nach Plänen von Carl Christian Eschke, klassizistischer Bau mit barocken Grabsteinen und illusionistischer Stuckmalerei.
- Besitzt zwei Bronzeglocken (1859/1920) und ein Taufbecken aus dem 19. Jahrhundert; rollstuhlgerechte Infrastruktur vorhanden.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Eintritt in den Kirchenraum sowie die Nutzung der Toilettenanlagen.
- Der historische Kirchhof zeigt erhaltene Teile der romanischen Mauer mit zugesetztem Tor sowie Reste des Turmes mit elf alten Schießscharten aus dem Mittelalter.
- Im Inneren der Kirche finden sich klassizistische Elemente wie illusionistische Stuckmalereien an Decke und Kanzelaltar sowie barocke Grabsteine aus verschiedenen Epochen.
Eigenschaften
Ev.-Luth. Kirche Sohland/Spree – Kultur & Sakrales entdecken
Die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Sohland/Spree in Sohland an der Spree beherbergt eine der historisch bedeutendsten Sakralbauten der Region. Der heutige Kirchenbau entstand nach der Abriss des mittelalterlichen Vorgängerbaus im Jahr 1824. Der Architekt Carl Christian Eschke aus Zittau gestaltete den klassizistischen Neubau, der um rund sieben Meter gegenüber dem ursprünglichen romanisch-gotischen Kirchenraum erweitert wurde. Besonders auffällig sind die erhaltenen Reste des alten Turms mit elf originalen Schießscharten sowie große Abschnitte der historischen Kirchhofmauer, darunter das zugemauerte romanische Tor.
Der schlichte, aber harmonische Kirchenraum besticht durch illusionistische Stuckmalereien an Decke und Kanzelaltar, die dem Bau eine zeitlose Eleganz verleihen. Neben dem Kanzelaltar sind barocke Grabsteine integriert, die an die regionale Grabkultur erinnern. Ein zentrales Element ist das Taufbecken aus dem Jahr 1867, das mit seiner handwerklichen Qualität die Tradition der Sakralkunst unterstreicht. Die Innenausstattung verbindet klassizistische Strenge mit spätbarocken Elementen und spiegelt so die architektonische Entwicklung des 19. Jahrhunderts wider.
Ein besonderes Merkmal ist der 1846 errichtete Granitaufbau des Turms mit Laterne, inspiriert von Entwürfen des Dresdner Architekten F. Thormeyer. Er ersetzt die ehemalige hölzerne Glockenstube des alten Turms. Die große Bronzeglocke (ES, 1200 kg) stammt aus dem Jahr 1859 und schlägt stündlich, während die kleinere Glocke (B, 320 kg) 1920 vom Landesältesten Benno von Nostitz-Wallwitz gestiftet wurde. Beide Glocken prägen bis heute das akustische Bild der Gemeinde und laden zur Besinnung ein.
Jahrhundert verrät. Einer der dort Bestatteten, Johann Georg Schlegel, hinterließ ein bewegtes Erbe: Als Pfarrer, der zwei Töchter und einen Sohn hatte, fand er 1692 nach einem Leben zwischen Dienst und persönlichen Konflikten seine letzte Ruhestätte. Sein Grabstein dokumentiert nicht nur religiöse Frömmigkeit, sondern auch die sozialen Realitäten der Zeit – etwa die damals üblichen Versprechen, die er 1655 abgeben musste, um seiner Entlassung zu entgehen.
Die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Sohland/Spree ist damit ein Ort der Andacht, der Geschichte und des kulturellen Erbes. Mit ihrer Mischung aus erhaltenen mittelalterlichen Resten, klassizistischer Architektur und barocken Details bietet sie Besuchern und Gläubigen gleichermaßen einen Einblick in die sakrale Baukunst und die regionale Kirchengeschichte. Der rollstuhlgerechte Zugang sowie die vorhandenen Sanitäranlagen machen die Kirche zudem für alle Besucher zugänglich.