Denkmal/Gedenkstätte

Gedenktafel Gestapo-Außenstelle Wetzlar

Hausertorstraße 42, 35586 Wetzlar

Highlights

  • Die Gestapo-Außenstelle Wetzlar wurde 1933 nach dem Machtantritt der NSDAP eingerichtet und diente der Überwachung politischer Gegner.
  • Ab 1942 nutzte die Gestapo das Notgefängnis in Bockenheim für über 160 Gefangene, Teil des NS-Terrorsystems in der Region.
  • Die Gedenktafel erinnert an die Rolle der Gestapo in Wetzlar als Teil der systematischen Verfolgung und Entrechtung während der NS-Zeit.

Tipps

  • Die Gedenktafel informiert sachlich über die Funktion der Gestapo-Außenstelle Wetzlar als Teil des NS-Unrechtsapparats ab 1933.
  • Der Standort der Tafel liegt am Fußweg zwischen der Bushaltestelle und dem Eingang der Goetheschule, direkt am Zaun neben dem Lehrerparkplatz.
  • Die Beschreibungen verweisen auf die systematische Verfolgung und Deportation von Juden sowie die Zusammenarbeit mit anderen NS-Institutionen wie der Reichsbahn.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Gedenktafel Gestapo-Außenstelle Wetzlar – Kultur-Denkmal

Die Gedenktafel zur Gestapo-Außenstelle Wetzlar erinnert an einen dunklen Abschnitt der Stadtgeschichte, als die Nationalsozialisten ab 1933 ihre repressive Macht ausweiteten. Die Gestapo, als zentrales Organ der politischen Überwachung, unterstand zunächst der Ordnungspolizei und setzte sich aus Kriminal- sowie Geheimer Staatspolizei zusammen. Ihre Aufgaben umfasste die systematische Bekämpfung politischer Gegner, wobei Judenverfolgung und Deportationen später zentrale Elemente ihrer Tätigkeit wurden. Die Gestapo arbeitete dabei eng mit lokalen Polizeidienststellen und der Reichsbahn zusammen, um ihre Pläne – etwa die spätere „Fabrikaktion“ – umzusetzen.

Der Standort der Gedenktafel liegt vor der Goetheschule Wetzlar, direkt am Fußweg zwischen der Bushaltestelle und dem Schuleingang. Die Tafel befindet sich am Zaun zwischen dem Fußweg und dem Lehrerparkplatz, wo sie seit 2024 als Mahnmal sichtbar ist. Wetzlar war als Teil des NS-Regimes nicht nur Ort von Verfolgung, sondern auch Standort von Zwangsarbeit und Lagerstrukturen. So wurde etwa 1942 in Bockenheim ein Notgefängnis für über 160 Gefangene eingerichtet, das eng mit den Aktivitäten der Frankfurter Gestapo verbunden war. Diese Diensträume befanden sich zunächst im Polizeigebäude der Stadt, bevor sie später in andere Strukturen integriert wurden.

Die Gedenktafel verbindet historische Fakten mit lokaler Erinnerungskultur. Sie ist Teil eines größeren Projekts wie dem „Weg der Erinnerung“, der sich mit der NS-Vergangenheit Wetzlars auseinandersetzt. Besonders die Rolle der Stadt als Standort von Zwangsarbeit und als Teil des NS-Überwachungsapparats wird hier thematisiert. Die Tafel dient als Mahnung, um die Verbrechen der Gestapo und die Schicksale der Betroffenen nicht zu vergessen – insbesondere in einer Zeit, in der die Stadt auch heute noch mit den Folgen der NS-Zeit konfrontiert ist.

Wetzlar war im 19. und frühen 20. Jahrhundert zudem ein Zentrum jüdischen Lebens, mit einer Mikwe in der Altstadt und einer Synagoge in der Pfannenstielsgasse. Doch die NS-Zeit zerstörte dieses kulturelle Erbe. Die Gedenktafel steht daher auch im Kontext der jüdischen Geschichte der Stadt, die durch Verfolgung und Deportation brutal unterbrochen wurde. Sie erinnert daran, dass Wetzlar nicht nur ein Ort der Produktion und Verwaltung war, sondern auch Schauplatz von Unterdrückung und Leid.

Die Tafel ist Teil eines breiteren Engagements der Stadtgesellschaft, die NS-Vergangenheit aufzuarbeiten. Initiativen wie „WETZLAR ERINNERT“ arbeiten an neuen Ausstellungen und Projekten, um die Erinnerung an Zwangsarbeit, Lager und Verfolgung lebendig zu halten. Die Gedenktafel vor der Goetheschule ist dabei ein sichtbares Zeichen dieser Auseinandersetzung – ein Ort, an dem Geschichte greifbar wird und zur Reflexion anregt.

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