Laurentiuskirche - Ev.-Luth. Lydia-Kirchengemeinde Bünde
Highlights
- Die Laurentiuskirche ist eine der ältesten Pfarrkirchen des Bistums Osnabrück und stammt aus dem 9. Jahrhundert mit spätromanischem Kreuzsaal aus dem 13. Jahrhundert.
- Barocke Schätze wie die Kanzel (1660) und das Grabmal der Familie Voss-Steinberg (1715) prägen das historische Kircheninnere.
- Rollstuhlgerechter Zugang, Parkplatz und WC machen die Kirche inklusiv; der Kirchplatz beherbergt historische Denkmäler wie eine Germania von 1874.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen einen ungehinderten Eintritt in die Laurentiuskirche.
- Auf dem Kirchplatz befindet sich ein rollstuhlgerechter Parkplatz, der die Anreise für alle Gäste erleichtert.
- Die Kirche verfügt über ein behindertengerechtes WC, das den Aufenthalt für Menschen mit eingeschränkter Mobilität komfortabel gestaltet.
Eigenschaften
Laurentiuskirche Bünde – Sakrale Kultur erleben
Die Laurentiuskirche der evangelisch-lutherischen Lydia-Kirchengemeinde Bünde zählt zu den bedeutendsten sakralen Bauwerken der Region und ist eine der ältesten Urpfarrkirchen des Bistums Osnabrück. Ihre Ursprünge reichen bis ins frühe Mittelalter zurück, als auf einer hochwassersicheren Anhöhe über der Else eine Hofsiedlung entstand. Die Kirche selbst entstand als Teil dieses historischen Kerns und diente einst als östlicher Grenzbezirk des Bistums – ein Zeugnis der frühen christlichen Präsenz in Westfalen. Noch heute sind Reste der ursprünglichen Mauern erkennbar, die auf eine ehemalige Kirchenburg hindeuten, ein typisches Merkmal mittelalterlicher Wehrkirchen.
Der heutige Bau vereint spätromanische und spätgotische Elemente: Der erhaltene Kreuzsaal stammt aus dem 13. Jahrhundert, während das nördliche Seitenschiff im spätgotischen Stil hinzugefügt wurde. Dadurch entstand eine charakteristische zweischiffige Hallenkirche, die bis heute das architektonische Gesicht der Laurentiuskirche prägt. Bei Ausgrabungen in den 1970er-Jahren wurden im Mittelschiff zahlreiche barocke Gruften entdeckt, die auf die frühe Bestattungstradition des Ortes verweisen. Besonders sehenswert sind die prächtige Kanzel aus dem 17. Jahrhundert mit Evangelistenbildern, das Grabmal der Gutsfamilie Voss-Steinberg aus dem frühen 18. Jahrhundert sowie das moderne Altarfenster der Bünder Künstlerin Ute Rakob, das das Laurentius-Motiv aufgreift.
Der Kirchplatz selbst ist ein historisches Ensemble: Der südwestliche Teil war einst Friedhof, auf dem heute ein seltenes Kriegerdenkmal aus dem 19. Jahrhundert – eine Germania-Statue von 1874 – als Mahnmal steht. An der Wehmstraße, die auf mittelalterliches Kirchengut hinweist, befindet sich eines von zwei erhaltenen Fachwerkpfarrhäusern, das zweitälteste seiner Art in Westfalen und 2005 restauriert. Der Name der Straße erinnert an die historische Verbindung von Kirche und Gemeindeleben. Ein weiteres Denkmal am Turmeck erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Die Laurentiuskirche bietet nicht nur architektonische und historische Schätze, sondern ist auch ein lebendiger Ort für die Lydia-Kirchengemeinde. Sie begleitet die Menschen in zentralen Lebensmomenten wie Taufe, Konfirmation, Trauung und Trauerfeierlichkeiten. Mit barrierefreiem Zugang – sowohl für den Kircheneingang als auch den Parkplatz – und moderner Infrastruktur steht sie allen offen. Als Teil des kulturellen Erbes Bündes verbindet die Kirche Vergangenheit und Gegenwart und lädt zum Verweilen, Staunen und Mitfiebern ein.