Holländerwindmühle Straupitz Leinöl
Highlights
- Holländerwindmühle Straupitz (1850) ist die einzige original erhaltene Ölmühle Brandenburgs und produziert täglich Spreewaldgold-Leinöl mit historischer Technik.
- Die Mühle betreibt eine Säge für Baumstämme bis 1 m Durchmesser und bietet rollstuhlgerechte Wege, Parkplätze und ein WC für Besucher.
- Seit 2014 ergänzt eine moderne Ölmühle die historische Anlage, um die Produktionskapazität zu erhöhen – die originale Mühle bleibt als technisches Denkmal erhalten.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in das Mühlengebäude.
- Auf dem rollstuhlgerechten Parkplatz vor Ort finden Besucher ausreichend Stellplätze, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind.
- Das rollstuhlgerechte WC auf dem Gelände bietet behindertengerechte Sanitäranlagen für einen komfortablen Aufenthalt.
Eigenschaften
Holländerwindmühle Straupitz: Kulturdenkmal im Spreewald
Die Holländerwindmühle Straupitz Leinöl ist ein faszinierendes technisches Denkmal mitten im malerischen Spreewald und ein lebendiges Stück regionaler Geschichte. An der Stelle einer um 1640 entstandenen Bockwindmühle wurde 1850 die heutige Holländermühle als Kornmühle errichtet – ein Wahrzeichen des Ortes, das bis heute mit seinem charakteristischen Mühlenturm und den urigen Flügeln besticht. Die Mühle ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein funktionierendes Produktionsdenkmal: Hier wird nach wie vor mit originaler Technik aus dem frühen 20. Jahrhundert das berühmte Spreewaldgold-Leinöl gepresst, ein Produkt, das durch seine traditionelle Herstellung und den unverwechselbaren Geschmack überregional bekannt ist.
Besonderer Stolz der Mühle ist ihre einzigartige Kombination aus historischer Technik und moderner Aufbereitung. Seit ihrer Gründung war die Anlage stets im Besitz der lokalen Herrschaft, bevor sie im 17. Jahrhundert in den Besitz des Grafen von Houwald gelangte. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert ergänzte Müllereibesitzer Franz Nitschke die Windkraft durch eine Dampflokomobile, um die steigenden Anforderungen zu bewältigen – ein frühes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit des Mühlenbetriebs. Heute sägt die Mühle mit einem seltenen Horizontalgatter Baumstämme bis zu einem Meter Durchmesser und produziert neben Leinöl auch Leinkuchen und Mühlenbrot, die im eigenen Hofladen vertrieben werden.
Die Holländerwindmühle Straupitz ist nicht nur ein Ort der Produktion, sondern auch ein Erlebnis für Besucher. Der Mühlenverein sorgt für eine aufwendige Restaurierung und den Erhalt der originalen Maschinen, darunter die historische Ölmühle, die als einzige ihrer Art im Bundesland Brandenburg in Betrieb gehalten wird. Ein Rundgang mit einem Wegweiser ermöglicht es, die Technik eigenständig zu erkunden – von den steinernen Mahlgängen, die einst Futterschrot herstellten, bis zu den Pressen, die das goldene Leinöl gewinnen. Dank barrierefreier Ausstattung mit rollstuhlgerechtem Zugang, Parkplatz und WC ist die Mühle für alle Interessierten zugänglich.
Wer die Mühle besucht, findet zudem eine gelungene Verbindung aus Kultur und Genuss. Im Müllerhaus lädt eine Terrasse mit Blick auf das historische Gebäude zum Verweilen ein, während der kleine Mühlenladen mit regionalen Spezialitäten wie Spreewaldgurken, Honig oder selbstgebackenem Mühlenbrot lockt. Die Produkte sind nicht nur kulinarische Highlights, sondern auch Souvenirs – von Magneten bis zu Stoffbeuteln mit dem Markenzeichen des Spreewalds. Die Mühle beweist damit, dass Tradition und Moderne Hand in Hand gehen: ein Ort, der Geschichte lebendig hält und gleichzeitig die Vielfalt der Spreewaldkultur feiert.