Denkmal/Gedenkstätte

SONNTAGSCHE HAUS

Burgstraße 9, 03130 Spremberg

Highlights

  • Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus auf Sprembergs Spreeinsel seit 1705 – überstand den großen Stadtbrand unbeschadet.
  • Seit 2012 saniert und als historisches Bauwerk mit freigelegten Gefachen und Ziegelausmauerung erhalten.
  • Erste urkundliche Erwähnung der Siedlung „Wygbilde van de Hus tzu Sprewenberc“ stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Tipps

  • Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus auf der Spreeinsel zeigt originale Bausubstanz aus dem 13. Jahrhundert und wurde nach einem Stadtbrand 1705 in heutiger Form erhalten.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Sonntagshaus Spremberg

Das Sonntagsche Haus in Spremberg zählt zu den bedeutendsten historischen Fachwerkbauten der Stadt und ist ein eindrucksvolles Zeugnis der regionalen Baukultur. Das denkmalgeschützte Gebäude steht auf der Spreeinsel im Zentrum von Spremberg, nahe der historischen Kreuzkirche, und beeindruckt durch seine gut erhaltene Substanz. Sein Name leitet sich vermutlich von seiner Nutzung als „Sonntagshaus“ ab – ein Begriff, der in der Region für kleine, repräsentative Wohn- oder Wirtschaftsgebäude stand, die an Feiertagen oder für besondere Anlässe genutzt wurden.

Die erste urkundliche Erwähnung des Hauses stammt aus einem Dokument, das seinen Bestand nach dem großen Stadtbrand von 1705 bestätigt. Damals war es bereits in seiner heutigen Form erhalten geblieben, was auf eine frühe Bauphase hinweist. Die Fachwerkfassade mit ihren typischen regionalen Verzierungen und die gemauerten Gefache der Außenwände verraten den handwerklichen Geschick der damaligen Bauleute. Besonders bemerkenswert ist, dass das Gebäude über Jahrhunderte hinweg als städtebauliches Element erhalten blieb – erst nach Jahrzehnten des Leerstands und Verfalls begann ab 2012 eine behutsame Sanierung durch eine lokale Interessengemeinschaft.

Die Geschichte Sprembergs selbst reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, wie archäologische Funde und historische Aufzeichnungen belegen. Bereits 1301 wurde die Siedlung unter dem Namen *„Wygbilde van de Hus tzu Sprewenberc“* in einem Vertrag des Wettiner Landgrafen Dietrichs des Jüngeren erwähnt, wobei die genauen Umstände der ersten Besiedlung noch nicht vollständig geklärt sind. Später kam Spremberg unter den Einfluss der Schwarzenburger und Wachsenburger sowie Kaiser Karls IV., was die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Region unterstreicht. Das Sonntagsche Haus steht damit nicht nur als Einzeldenkmal, sondern auch als Symbol für die durchgehende Siedlungsgeschichte Sprembergs.

Heute ist das Gebäude ein lebendiges Projekt: Nach der Freilegung des Fachwerkgerüstes im Jahr 1993 und der Entfernung nicht denkmalgerechter Anbauten wurde das Haus für kulturelle Zwecke wiederhergestellt. Besucher können an Tagen der offenen Tür oder auf Anfrage Führungen buchen, die Einblicke in die Baugeschichte, die Sanierungsmaßnahmen und die Bedeutung des Hauses für das Stadtbild geben. Besonders Kinder zwischen 10 und 16 Jahren zahlen einen ermäßigten Eintritt, während jüngere Besucher kostenlos teilnehmen dürfen. So wird das Sonntagsche Haus nicht nur als historisches Denkmal bewahrt, sondern auch als Ort der Begegnung und des Lernens zugänglich gemacht.

Das Sonntagsche Haus ist damit nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Stück lebendige Heimatgeschichte. Es zeigt, wie lokale Initiativen den Erhalt von Kulturgut aktiv gestalten können – und lädt Einheimische wie Touristen ein, die Vergangenheit Sprembergs hautnah zu erleben. Wer sich für Fachwerkbau, Stadtentwicklung oder regionale Identität interessiert, findet hier einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit der Stadt.

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