Ausflug Natur

Edeltraut-Erbstollen

45549 Sprockhövel

Highlights

  • Der Edeltraut-Erbstollen wurde 1850 durch Friedrich Dittmar beantragt und ab 1858 in Sprockhövel aufgefahren.
  • Er diente zur Entwässerung und Erreichung des Flözes der Zeche Alte Haase mit einer Länge von bis zu 289 Lachtern.
  • Nach mehreren Stilllegungen und kurzen Betriebsphasen wurde der Stollen später Teil des Besucherbergwerks.

Tipps

  • Bei der Führung im Edeltraut-Erbstollen werden Gummistiefel und Helm gestellt – wetterfeste Kleidung ist dennoch ratsam.
  • Die Führung vermittelt anschaulich Arbeitsweisen und Lebensbedingungen der Bergleute mit historischem Kontext.
  • Nach der Besichtigung lohnt sich ein Besuch im Anschluss, um die Stollenatmosphäre vollständig zu erfahren.

Eigenschaften

Familie Ganzjährig

Über Edeltraut-Erbstollen

Der Edeltraut-Erbstollen in Sprockhövel ist ein historischer Zeuge der über 200-jährigen Tradition des Steinkohlenbergbaus im südlichen Ruhrgebiet. Ursprünglich im Jahr 1850 als Erbstollengerechtigkeit verliehen, entstand der Stollen im Zuge der Konsolidierung mehrerer Grubenfelder zur sogenannten Zeche Vereinigte Edeltraud. Er diente damals vor allem dazu, Kohlevorkommen im Flöz der benachbarten Zeche Alte Haase erschließen und das anfallende Grubenwasser abzuleiten. Noch heute erfüllt der Stollen diese Funktion, indem Grubenwasser in den Sprockhöveler Bach abfließt. Der historische Stollenmund ist heute durch ein Gitter gesichert, doch das Bergwerk erinnert noch heute durch das Flöz Schieferbank an seine industrielle Vergangenheit.

Heute ist der Edeltraut-Erbstollen als Besucherbergwerk erlebbar und bietet interessierten Gästen die Gelegenheit, die unterirdische Welt der frühen Bergleute hautnah zu erfahren. Bei geführten Touren unter Tage können Besucher die Arbeitsbedingungen, Techniken und Lebensumstände der Bergleute nachvollziehen. Dabei werden original Erbstollenteile und historische Spuren wie Bohrpfeifen oder Inschriften sichtbar. Die ehrenamtlichen Führungskräfte vermitteln nicht nur fachkundiges Wissen, sondern auch die Leidenschaft für das Bergbauerbe, das sie mit Humor und Engagement weitergeben. Besonders im Rahmen des Tages des offenen Denkmals haben viele Besucher die einzigartige Atmosphäre und den persönlichen Kontakt mit den „Bergleitern“ geschätzt.

Das Besucherbergwerk wird von einer Gruppe engagierter Bergbau-Enthusiasten betrieben, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Anfänge des Steinkohlenbergbaus im Ennepe-Ruhr-Kreis zu bewahren und erlebbar zu machen. Neben der Führung des Stollens kümmern sie sich auch um die Pflege der Bergbauwanderwege in der Region sowie die Organisation montanhistorischer Exkursionen. Der Edeltraut-Erbstollen ist damit nicht nur ein Ort der Geschichte, sondern auch ein kulturelles Zentrum, das das Erbe des Bergbaus lebendig hält. Der Stollen steht exemplarisch für die technische und kulturelle Entwicklung des Bergbaus im südlichen Nordrhein-Westfalen und lädt dazu ein, die faszinierende Welt unter der Erde zu entdecken.

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