Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge St. Goar

Oberstraße 49, 56329 St. Goar

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in St. Goar war bis 1938/39 Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde der Grafschaft Katzenelnbogen.
  • 1808 lebten hier 35 jüdische Einwohner; bis 1854 sank ihre Zahl auf 16, doch St. Goar war jahrhundertelang regionaler Zentrum der Judenschaft.

Tipps

  • Führungen oder Informationsmaterialien vermitteln Details zur historischen Bedeutung des Gebäudes und der jüdischen Präsenz in Sankt Goar seit dem Mittelalter.
  • Die Architektur und Ausstellungsstücke dokumentieren die Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft, insbesondere die Rückläufigkeit der Mitgliederzahlen ab dem 19. Jahrhundert.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge St. Goar – Kulturdenkmal entdecken

Die ehemalige Synagoge in St. Goar ist ein bedeutendes historisches Zeugnis der jüdischen Geschichte im Mittelrheinraum. Bereits im 16. Jahrhundert sind jüdische Einwohner in der damals zur Grafschaft Katzenelnbogen gehörenden Stadt nachweisbar. Besonders im 17. Jahrhundert entwickelte sich St. Goar für einige Jahrzehnte zum regionalen Zentrum der jüdischen Gemeinschaft in der Region. Die Synagoge selbst war ein zentraler Ort des religiösen und kulturellen Lebens der jüdischen Gemeinde, die hier bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bestand.

Die jüdische Präsenz in St. Goar lässt sich bis ins frühe 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Bereits 1544 wird ein Jude in den Aufzeichnungen erwähnt, und im 17. Jahrhundert war die Gemeinde so bedeutend, dass sie zeitweise als Mittelpunkt der katzenelnbogischen Judenschaft galt. Die Zahl der jüdischen Einwohner schwankte im Laufe der Jahrhunderte, erreichte im frühen 19. Jahrhundert mit 35 Personen ihren Höhepunkt und ging später auf 16 zurück. Trotz dieser geringeren Mitgliederzahl blieb die Synagoge ein wichtiger Ort des Gebets und der Gemeinschaft.

Die Synagoge selbst war nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein Ort der sozialen und kulturellen Teilhabe. Die jüdische Gemeinde war in die lokale Geschichte eingebunden, wie etwa durch rechtliche Auseinandersetzungen und wirtschaftliche Aktivitäten. So ist beispielsweise aus dem Jahr 1703 ein Fall überliefert, in dem ein Jude aus St. Goar eine Forderung gegen einen anderen jüdischen Einwohner geltend machte. Solche Dokumente spiegeln die Integration und gleichzeitig die Herausforderungen wider, mit denen die jüdische Gemeinschaft in der Region konfrontiert war.

Nach der Zerstörung der Synagoge während der nationalsozialistischen Zeit wurde sie nicht wiederaufgebaut. Heute ist der Standort ein stilles Mahnmal für die jüdische Geschichte St. Goars und erinnert an die einst lebendige Gemeinde. Die ehemalige Synagoge steht als historisches Denkmal für die Vielfalt der Religionsgemeinschaften im Mittelrheinraum und mahnt zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust. Sie ist ein wichtiger Ort der Aufklärung über die lokale Geschichte und die Bedeutung jüdischer Kultur in der Region.

Wer sich für die Geschichte der jüdischen Gemeinden im Rheinland interessiert, findet in St. Goar ein bedeutendes Beispiel für die lange Tradition jüdischen Lebens in dieser Region. Die ehemalige Synagoge verbindet Vergangenheit und Gegenwart und lädt dazu ein, die Spuren der jüdischen Geschichte zu erkunden. Sie ist ein Teil des kulturellen Erbes, das die Vielfalt und den Reichtum der regionalen Identität widerspiegelt.

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