Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge St Ingbert mit Bibelzitat

Josefstaler Str. 22, 66386 St. Ingbert

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in St. Ingbert war Zentrum der jüdischen Gemeinde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1935.
  • An der Fassade prangt ein Bibelzitat (Hesekiel 37,14), das an die historische Bedeutung der jüdischen Gemeinde erinnert.

Tipps

  • Die ehemalige Synagoge bietet Einblicke in die Geschichte der jüdischen Gemeinde St. Ingberts, die von 1811 bis 1935 bestand und sich im 19. Jahrhundert langsam entwickelte.
  • Ein Besuch ermöglicht die Betrachtung historischer Dokumente und Exponate, die die religiöse und kulturelle Prägung der jüdischen Bevölkerung widerspiegeln.
  • Die barrierefreie Gestaltung des Gebäudes erlaubt Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Zugang zu den Ausstellungsräumen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge St. Ingbert – Bibelzitat & Kulturdenkmal

Die ehemalige Synagoge in Sankt Ingbert ist ein bedeutendes historisches Zeugnis der jüdischen Gemeinde, die hier von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1935 bestand. Die jüdische Bevölkerung entwickelte sich im Laufe der Zeit und erreichte um die Wende zum 20. Jahrhundert eine kleine, aber aktive Gemeinschaft. Mit der Industrialisierung der Region wuchs auch die Zahl der jüdischen Einwohner, die sich in einem eigenen religiösen und kulturellen Leben organisierten.

Das Gebäude der Synagoge war nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein Zentrum jüdischen Lebens. Neben der Synagoge gab es eine Religionsschule, die von 1861 bis 1882 und später noch einmal von 1919 bis 1922 als private Israelitische Konfessionsschule betrieben wurde. Die jüdischen Kinder besuchten ansonsten die protestantische Volksschule. Ab 1926/27 existierte zudem ein jüdischer Kindergarten, der das Gemeinschaftsgefühl stärkte. Ein eigener Friedhof sicherte die Bestattung der Verstorbenen und unterstrich die Selbstständigkeit der Gemeinde.

Ein besonderes Merkmal der Synagoge war ein Bibelzitat, das über dem Eingang prangte und die spirituelle Bedeutung des Ortes unterstrich. Die Synagoge stand inmitten einer lebendigen jüdischen Kultur, die durch Lehrer wie Gustav Strauss geprägt wurde, der bis 1935 im Amt war. Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus endete das jüdische Gemeindeleben in Sankt Ingbert, doch die ehemalige Synagoge bleibt als historisches Denkmal ein Mahnmal für die einstige Vielfalt der Region.

Heute ist die ehemalige Synagoge ein Ort der Erinnerung an die jüdische Geschichte Sankt Ingberts. Sie steht als Symbol für das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen in der aufblühenden Industriestadt. Obwohl die Synagoge nicht mehr als Gotteshaus genutzt wird, bleibt sie ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes der Region. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihr Beitrag zum gesellschaftlichen Leben sind bis heute Teil des kollektiven Gedächtnisses.

Die ehemalige Synagoge mit ihrem Bibelzitat ist ein stiller Zeuge der Vergangenheit und lädt dazu ein, sich mit der Geschichte der jüdischen Einwohner Sankt Ingberts auseinanderzusetzen. Sie erinnert an eine Zeit, in der religiöse Vielfalt selbstverständlich war und zeigt, wie schnell sich die Lebensbedingungen für Minderheiten ändern können. Als historisches Denkmal trägt sie zur Aufklärung über die regionale Geschichte bei und fördert das Verständnis für die Bedeutung interkulturellen Miteinanders.

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