Kirche/Kloster

Asamkirche Maria de Victoria

Neubaustraße 11/2, 85049 Ingolstadt

Tipps

  • Das Deckengemälde zeigt Maria als Königin des Himmels und lässt sich am besten beim Gehen durch den Raum betrachten.
  • In der Sakristei sind die Lepantomonstranz und das Tilly-Kreuz zu sehen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Sakral: Asamkirche Maria de Victoria in Ingolstadt

Die Asamkirche Maria de Victoria in Ingolstadt ist ein herausragendes Beispiel bayerischer Sakralbaukunst des 18. Jahrhunderts. Ursprünglich als Oratorium der Marianischen Studentenkongregation der Universität Ingolstadt errichtet, wurde sie zu einem der bedeutendsten Rokoko-Bauten in Bayern. Die Kirche wurde von den berühmten Asam-Brüdern, Cosmas Damian und Egid Quirin Asam, entworfen und steht heute als Zeugnis ihrer künstlerischen Meisterschaft. Obwohl das Äußere zurückhaltend wirkt, offenbart sich im Inneren ein kunstvoll gestalteter Raum, der Besucher durch seine opulente Ausstattung und die beeindruckende Deckengestaltung fasziniert.

Das Innere der Kirche wird maßgeblich von einem beeindruckenden Deckengemälde beherrscht, das als größtes Flachdeckenfresko der Welt gilt. Geschaffen vom Maler Cosmas Damian Asam, zeigt es Maria als Königin des Himmels und Mittlerin der göttlichen Gnade. Die raffinierte Perspektive des Gemäldes verändert sich je nach Standpunkt im Raum und lädt dazu ein, den Blick immer wieder nach oben zu richten. Die Darstellung der vier Kontinente in den Ecken der Decke unterstreicht den universalen Anspruch des Werkes. Die kunstvolle Gestaltung des Raumes vereint barocke Architektur mit feinen Rokoko-Elementen und schafft eine Atmosphäre von erhabener Spiritualität.

Eine der besonderen Sehenswürdigkeiten der Kirche ist die Lepanto-Monstranz, die in der Sakristei aufbewahrt wird. Diese 18 Kilogramm schwere, teilweise vergoldete Silberarbeit des Augsburger Goldschmieds Johannes Zeckl erinnert an den Sieg der Christen über die Osmanen in der Schlacht von Lepanto. Die detailreiche Gestaltung zeigt unter anderem das sinkende türkische Schiff sowie Engel, die in das Geschehen eingreifen. Die Monstranz gilt als eines der wertvollsten und kunstvollsten Exponate ihrer Art weltweit. Neben ihr wird auch das sogenannte „Tilly-Kreuz“ aufbewahrt, das angeblich vom Feldherrn im Dreißigjährigen Krieg bei sich führte.

Die Asamkirche ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch kultureller Mittelpunkt der Stadt. Regelmäßig finden hier Konzerte statt, darunter die beliebte „Orgelmatinee um Zwölf“, eine seit Jahrzehnten bestehende Veranstaltungsreihe des Kulturamts. Die Kirche ist für Besucher geöffnet und lädt sowohl zur Besichtigung als auch zur Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen ein. Ihr unauffälliger Standort in der Ingolstädter Altstadt macht den Besuch umso überraschender und lohnenswerter, denn hier verbirgt sich ein Juwel der bayerischen Rokoko-Kunst.

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