Burg Trugelrode
Highlights
- Burg Trugelrode ist eine Höhenburgruine etwa 3 km westlich von Neustadt im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
- Die Burg wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt und war Sitz der ministerialen Familie von Trugelnrode.
- Heute sind nur noch Mauerreste, ein Brunnen und Spuren eines Wassergrabens erhalten.
Tipps
- Die Burg Trugelrode liegt etwa 3 km westlich von Neustadt im Waldgebiet und ist über einen gut ausgebauten Radweg erreichbar.
- Vom Burghügel aus bieten sich gute Aussichten auf die Umgebung, besonders in Richtung Süden.
- Die Reste der Kemenate und des ehemaligen Wassergrabens sind noch sichtbar, ein gemauerter Brunnen sowie Mauerreste zeugen vom mittelalterlichen Ursprung.
Eigenschaften
Über Burg Trugelrode
Die Burg Trugelrode ist eine historische Burgruine im hessischen Neustadt und zählt zum Landkreis Marburg-Biedenkopf. Sie liegt etwa drei Kilometer westlich des Ortskerns auf einer leichten Anhöhe in einem Waldgebiet, das südlich abfällt. Die ehemalige Höhenburg befindet sich rund 200 Meter südlich der heute wüst liegenden Dorfsiedlung Trugelrode. Die geographische Lage wird durch die Koordinaten 50° 51′ N, 9° 4′ O beschrieben und erreicht eine Höhe von etwa 303 Metern über dem Meeresspiegel.
Die Burg entstand vermutlich im 13. Jahrhundert und wurde erstmals in einer Urkunde erwähnt. Sie diente als Sitz einer ministerialen Familie, die im Dienst des Erzbistums Mainz stand. Heinrich von Trugelnrode, dessen Name in späteren Urkunden aus den Jahren 1262 und 1265 auftaucht, gilt als wahrscheinlicher Erbauer der Anlage. Die Burg war Teil einer wichtigen Heerstraße und bestand aus einem wohnturmartigen Gebäude mit quadratischem Grundriss, das möglicherweise von einem Wassergraben umgeben war. Die Wasserversorgung erfolgte über einen gemauerten Brunnen etwa 70 Meter nördlich, heute als „Lämmerborn“ bekannt.
Im Laufe der Jahrhunderte verlor die Burg an Bedeutung. Bereits im 14. Jahrhundert wurde der Besitz verpfändet, und um das Jahr 1400 wurde die nahegelegene Siedlung als wüst bezeichnet. Der endgültige Niedergang der Anlage setzte ein, als das Geschlecht derer von Trugelnrode im 15. Jahrhundert im Mannesstamme ausstarb. Heute sind nur noch geringe Mauerreste, ein Brunnen sowie Spuren eines ehemaligen Grabens erhalten. Archäologische Untersuchungen Anfang des 20. Jahrhunderts brachten Scherben, Mörtelbrocken und behauene Steine zutage. Moderne Lidar-Daten zeigen zudem die Umrisse eines kreisförmigen Walls sowie eines rechteckigen Gebäudes auf dem Burghügel.
Die Burg Trugelrode ist ein Beispiel für die mittelalterliche Burgenlandschaft in Mittelhessen. Sie gehört zu den zahlreichen historischen Bauwerken im Landkreis Marburg-Biedenkopf und spiegelt die regionale Geschichte der Ministerialen und die Bedeutung der damaligen Verkehrswege wider. Die unmittelbare Umgebung lädt zu Spaziergängen im Wald ein, und ein gut ausgebauter Radweg im näheren Umfeld trägt zur landschaftlichen Attraktivität des Ortes bei.