Stolpersteine
Highlights
- In Stadthagen erinnern Stolpersteine an NS-Opfer, deren Schicksale in der digitalisierten Wanderausstellung ‚entrechtet – vertrieben – ermordet‘ dokumentiert sind.
- Die Synagoge beherbergt eine Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte Stadthagens und Schaumburgs, inklusive restauriertem Thoraschrein mit originaler Thorarolle.
- Die Wanderausstellung ‚entrechtet – vertrieben – ermordet‘ zeigt 20 Bannern exemplarisch Verfolgte aus Schaumburg nach rassistischen, politischen und religiösen Kriterien.
Tipps
- Die Stolpersteine in Stadthagen erinnern an Opfer des Nationalsozialismus und deren Schicksale durch individuelle Namen und Daten auf dem Boden.
- Ein Besuch der Synagoge ermöglicht den Zugang zu einer Dauerausstellung mit historischen Dokumenten zur jüdischen Geschichte der Region.
- Die digitale Version der Wanderausstellung ‚entrechtet – vertrieben – ermordet‘ bietet Einblicke in die Verfolgungsgeschichte von Betroffenen in Schaumburg.
Eigenschaften
Stolpersteine Stadthagen entdecken
Die Stolpersteine in Stadthagen sind ein bewegendes Mahnmal, das an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Initiiert vom Künstler Gunter Demnig, markieren die kleinen, in den Bürgersteig eingelassenen Messingplatten die letzten bekannten Wohnorte von Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. In Stadthagen liegen diese Steine an Orten, an denen Betroffene einst lebten, arbeiten oder sich aufhielten – ein stiller, aber eindringlicher Hinweis auf die Schicksale, die hier ihren Ursprung hatten.
Die Initiative geht auf das Konzept des „Gedenkens vor der Haustür“ zurück: Jeder Stolperstein trägt den Namen, das Geburts- und Sterbedatum sowie eine kurze Lebensbeschreibung des Betroffenen. In Stadthagen erinnern die Steine an Personen, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft, politischer Überzeugungen oder anderer Gründe von den Nationalsozialisten Entrechtung, Vertreibung oder den Tod erlitten. Die Verlegung der Steine erfolgt oft in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen, Geschichtsinteressierten und Vereinen, die sich der Aufklärung und Erinnerung verschrieben haben.
Die Stolpersteine sind Teil eines bundesweiten Projekts, das seit den 1990er-Jahren in zahlreichen Städten und Gemeinden umgesetzt wurde. In Stadthagen ergänzen sie das kulturelle Erbe der Stadt um eine besonders persönliche Dimension: Sie machen unsichtbare Spuren der NS-Zeit sichtbar und fordern auf, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Besonders eng verbunden ist das Projekt mit der Synagoge Stadthagen, in der eine Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte der Region und eine Wanderausstellung namens „entrechtet – vertrieben – ermordet“ Auskunft über die Verfolgten gibt.
Die Wanderausstellung „entrechtet – vertrieben – ermordet“ zeigt exemplarisch Schicksale von Menschen aus Schaumburg, die aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen verfolgt wurden. Sie kann digital eingesehen oder von Schulen und Gruppen ausgeliehen werden. Die Verbindung von Stolpersteinen und Ausstellungen schafft so einen ganzheitlichen Zugang zur Erinnerungskultur: Während die Steine im öffentlichen Raum die individuelle Geschichte der Betroffenen präsentieren, bieten die Ausstellungen einen größeren Kontext und fördern das Verständnis für die Verbrechen der NS-Zeit.
Ein Besuch der Stolpersteine in Stadthagen ist nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sondern auch eine Einladung, sich mit den Werten von Toleranz und Menschenwürde auseinanderzusetzen. Die Steine erinnern daran, dass Geschichte nicht nur in Museen oder Archiven, sondern auch im Alltag lebendig bleibt – und dass Gedenken eine kontinuierliche Aufgabe bleibt. Besonders für Schulklassen, Geschichtsinteressierte und alle, die sich für die Aufarbeitung der NS-Zeit engagieren, bieten die Stolpersteine eine tiefgehende und emotionale Erfahrung.