Landsbergscher Freihof
Highlights
- Der Landsbergsche Freihof in Stadthagen entstand 1532 im Stil der Weserrenaissance als befestigtes Ensemble des Ministerialadligen Otrave von Landsberg.
- Das Hauptgebäude beherbergt seit 1978 die Stadtbücherei mit über 36.000 Medien, während die Scheune das Stadtarchiv und die Amtspforte (1553) ein Museum zeigt.
- Das Museum präsentiert Stadtgeschichte, Wirtschaftsleben des 19. Jahrhunderts und bäuerliches Wohnen mit Schaumburger Trachten, inklusive historischer Doppelhochzeitszüge.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang über einen Fahrstuhl ermöglicht es Besuchern, das historische Hauptgebäude barrierefrei zu erreichen.
- Die Gartenanlage bietet einen längeren, gepflegten Weg mit direkter Führung zur Freitreppe des Haupthauses und lädt zu einem Spaziergang ein.
- Im Museum Amtspforte werden historische Trachten aus der Region Schaumburg sowie ein rekonstruierter Doppelhochzeitszug ausgestellt und präsentiert.
Eigenschaften
Landsbergscher Freihof – Kulturdenkmal in Stadthagen
Der Landsbergsche Freihof in Stadthagen zählt zu den bedeutendsten historischen Ensembles der Region und vereint Architektur, Kultur und Stadtgeschichte in einzigartiger Weise. Das im Stil der Weserrenaissance errichtete Gebäudekomplex entstand im frühen 16. Jahrhundert als Residenz des Ministerialadligen Otrave von Landsberg. Ursprünglich als befestigtes Anwesen mit Mauer und Wall angelegt, diente es als repräsentativer Sitz innerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Heute prägen das Hauptgebäude und die angrenzende Scheune – heute Heimat des Stadtarchivs – das Bild des Freihofs. Ein langer, historischer Weg durch die weitläufige Gartenanlage führt direkt zum Haupthaus, dessen prächtige Freitreppe den Blick auf das Ensemble lenkt.
Seit 1978 beherbergt das Hauptgebäude die Stadtbücherei, die auf drei Etagen über mehr als 600 Quadratmeter Fläche verfügt. Der Medienbestand umfasst über 36.000 ausleihbare Exponate, darunter Bücher, Hörbücher, CDs, DVDs, Zeitschriften und Zeitungen. Besonders hervorzuheben ist die barrierefreie Gestaltung: Ein Fahrstuhl ermöglicht rollstuhlgerechten Zugang, während der rollstuhlgerechte Parkplatz vor Ort für alle Besucher zugänglich ist. Die Bücherei verbindet so moderne Nutzung mit historischem Erbe – ein Ort der Bildung und des kulturellen Austauschs mitten in Stadthagens Zentrum.
Direkt nebenan thront die Amtspforte, ein 1553 errichteter Fachwerkbau von künstlerischem Wert. Über Jahrhunderte diente das Gebäude als Verwaltungs-, Gerichts- und Gefängnisgebäude des Amtes Stadthagen. Seit 1963 beherbergt es ein Museum, das die facettenreiche Geschichte der Stadt auf drei Etagen präsentiert. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung Stadthagens von einer Gründungsstätte zur Kur-, Ackerbürger-, Handels- und Industriestadt. Zudem werden das wirtschaftliche Leben des 19. Jahrhunderts sowie traditionelles bäuerliches Wohnen mit regionalen Schaumburger Trachten gezeigt. Ein besonderer Höhepunkt ist ein rekonstruierter Doppelhochzeitszug aus Bückeburg und Lindhorst, der nach neun Jahren Sammelleistung in einer Vitrine zu bewundern ist.
Das Museum besticht nicht nur durch seine Dauerausstellungen, sondern auch durch wechselnde Sonderpräsentationen zu vielfältigen Themen. Ein besonderes Kapitel der Ortsgeschichte ist die ehemalige Geigenbauwerkstatt des 18. Jahrhunderts, die einst weit über die Grenzen Schaumburgs hinaus bekannt war. Die handgefertigten Instrumente zeugen von handwerklichem Können und künstlerischem Schaffen vergangener Zeiten. Der Landsbergsche Freihof und die Amtspforte bilden somit ein lebendiges Archiv der Stadthäger Vergangenheit – zugänglich, informativ und für alle Generationen faszinierend.