Feuchtwiesen östlich Gut Barnsfeld
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Feuchtwiesen östlich Gut Barnsfeld in Velen umfasst drei Teilflächen mit einer Gesamtfläche von 73 Hektar.
- Durch das Gebiet fließen der Rindelfortsbach und der Dollebach, es beherbergt seltene Pflanzen- und Tierarten feuchter Wiesen.
- Das Gebiet dient als Brut- und Rasthabitat für bodenbrütende Wiesenvögel und ist Teil des regionalen Biotopverbunds.
Tipps
- Das Naturschutzgebiet bietet artenreiche Feucht- und Nassgrünlandbiotope entlang der Bäche Rindelfortsbach und Dollebach.
- Einzelne Bereiche sind durch Hochspannungsleitungen erschlossen, bieten aber dennoch ruhige Rückzugsräume für seltene Wiesenvögel.
- Die Flächen westlich von Nordvelen sind überwiegend von Grünland und naturnahen Pflanzengesellschaften geprägt.
Eigenschaften
Über Feuchtwiesen östlich Gut Barnsfeld
Das Naturschutzgebiet „Feuchtwiesen östlich Gut Barnsfeld“ befindet sich im nordrhein-westfälischen Velen, im Kreis Borken. Es erstreckt sich nordwestlich der Kernstadt Velen und westlich des Ortsteils Nordvelen direkt entlang der B 525. Das rund 73 Hektar große Gebiet gliedert sich in drei Teilflächen und ist seit den frühen 1990er Jahren unter der Kenn-Nummer BOR-062 rechtlich geschützt. Durch das Areal fließen zwei Gewässer: der Rindelfortsbach und der Dollebach, die maßgeblich zur Feuchtestruktur des Landschaftsbildes beitragen.
Das Schutzgebiet liegt innerhalb einer ehemals entwässerten Acker-Grünlandniederung, die heute durch naturschutzorientierte Bewirtschaftung wieder strukturreiches Feuchtgrünland und artenreiche Nasswiesen beherbergt. Etwa 40 Prozent der Fläche befinden sich im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen und werden an Landwirte unter Auflagen zur artenschonenden Nutzung verpachtet. Auf den restlichen Privatflächen dominieren heute meist artenärmere Grünlandtypen. Innerhalb des Gebiets wurden gezielt Naturschutzgewässer angelegt, die seltene Pflanzenarten beherbergen. Die Fließgewässer sind stark eingetieft und tragen zur Ausbildung grabenartiger Strukturen bei.
Im Nordwesten des Gebiets erstreckt sich ein größeres Feldgehölz aus Erlen, während entlang von Wegen und Gräben Baum- und Gebüschreihen sowie einzelne Baumgruppen die Struktur vielfältig ergänzen. Die Vegetation wird geprägt von Seggenriedern, Nass- und Feuchtgrünland sowie kleinflächigen Bruchwaldstandorten. Im nördlichen Teil finden sich zudem lückenhafte Eichen-Buchen-Gehölze, die durch menschliche Eingriffe wie Bauschutt- und Reisigablagerungen beeinträchtigt sind. Das Areal hat eine regionale Bedeutung als Lebensraum für bodenbrütende Wiesenvögel wie Kiebitz und Großer Brachvogel. Die östliche und westliche Begrenzung durch Hochspannungsleitungen sowie die nahegelegene B 525 stellen jedoch Belastungen für die Brut- und Rastfunktion des Gebiets dar.
Das Naturschutzgebiet erfüllt vielfältige Schutzziele: Es dient dem Erhalt und der Förderung seltener Pflanzengesellschaften des feuchten Grünlands sowie wertvoller Nasswiesenbiotope. Neben der artenreichen Flora beherbergt das Gebiet auch gefährdete Tierarten und trägt zur regionalen Vernetzung von Biotopen bei. Besonders im Hinblick auf die Erhaltung landschaftstypischer Feuchtverhältnisse wird eine langfristige Überführung der Privatflächen in öffentlichen Besitz angestrebt. Ziel ist es, durch extensive Bewirtschaftung die ursprünglichen ökologischen Funktionen des Gebiets zu stabilisieren und zu fördern.