Kirche/Kloster

Evang.-Luth. Pfarramt

An d. Kirche 8, 95356 Grafengehaig

Highlights

  • Das evang.-luth. Pfarramt Grafengehaig verwaltet die mittelalterliche Wehrkirche ‚Zum Heiligen Geist‘ mit gotischer Kanzel (um 1520) und historischer Glocke (vor 1600).
  • Seit 1528 lutherisch geprägt, bewahrt die Gemeinde hier eine der reinsten reformatorischen Traditionen des Frankenwaldes – geprägt durch das Patronat derer von Guttenberg und Lerchenfeld.
  • Die Kirche vereint barocke Elemente (Taufstein 1678) mit einer 1997 neu erbauten Orgel und zeigt Spuren der Hussitenbefestigung (1455) im Friedhof.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Evang.-Luth. Pfarramt Grafengehaig – Sakrale Kultur

Das Evangelisch-Lutherische Pfarramt in Grafengehaig ist ein historisch bedeutsamer Ort, der tief in der Tradition der Region verwurzelt ist. Als Teil der mittelalterlichen Wehrkirche „Zum Heiligen Geist“ prägt es bis heute das Ortsbild des kleinen Frankenwald-Dorfes. Die Reformation fand hier vermutlich nur kurze Zeit nach ihrer Einführung in der ritterschaftlichen Pfarrei Guttenberg um 1528 Fußfassung. Über die Jahrhunderte blieb das Patronat derer von Guttenberg bestehen, bis es 1694 an die Bischöfe von Bamberg überging – zeitweise auch an andere Adelsfamilien, bis die Freiherren von Lerchenfeld im 19. Jahrhundert als Compatrone bestätigt wurden.

Die Lage auf den Höhen des Frankenwaldes begünstigte die ungebrochene Bewahrung der lutherischen Lehre, besonders nach der Erschütterung des Dreißigjährigen Krieges. Die achteckige Kanzel aus der Zeit um 1520 und der ursprünglich runde, später achteckig umgestaltete Taufstein (1678) zeugen von dieser Zeit. Die älteste Glocke stammt aus der Vorreformationszeit, während die Große 1848 umgegossen wurde und die Inschrift aus Jesaja 22 trägt. Das heutige Mesnerhaus, ursprünglich als Schulhaus nach dem Krieg errichtet, zeigt noch Spuren der einstigen Wehranlage, die vermutlich im Gefolge der Hussitenunruhen (1455) als Friedhofsbefestigung angelegt wurde.

Direkt verbunden mit dem Pfarramt ist die Heilig-Geist-Kirche, deren Orgelgeschichte besonders reizvoll ist. Nach einem Neubau 1997 ersetzte eine neue Hauptorgel die alte, kostspielig zu wartende Instrument aus dem Jahr 1937. Neben der Kirche befindet sich die Christuskapelle, ein ehemaliges Weberhaus, das im 19. Jahrhundert der Kirchengemeinde geschenkt wurde und heute als einziger Raum mit Tonnengewölbe dient.

Die Pfarrgemeinde Grafengehaigs reicht bis ins Jahr 1601 zurück, wobei die Liste der Pfarrer die kontinuierliche Präsenz des evangelisch-lutherischen Glaubens im Ort dokumentiert. Das Pfarramt selbst ist nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein Zeugnis der regionalen Geschichte – geprägt von Adelsherrschaften, kriegerischen Umbrüchen und dem ungebrochenen Erbe der Reformation im Frankenwald.

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