Museum

Lochmannhaus

Possenhofener Str. 5A, 82319 Starnberg

Highlights

  • Das Lochmannhaus ist ein historisches Blockbohlenhaus am Starnberger See mit Teilen aus dem 16. Jahrhundert.
  • Das Gebäude beherbergte einst eine Doppelnutzung als Bauernhaus und Adelssitz mit getrennten Wohnbereichen.
  • Heute ist es ein Museum mit repräsentativer Gotik-Ausstattung und zeigt lokale Kulturgeschichte.

Tipps

  • Das Lochmannhaus bietet Einblicke in die Lebensweise von Bauern und Adel des 16. bis 19. Jahrhunderts – historische Räume mit originaler Ausstattung sind zu entdecken.
  • Das Gelände lag bis 1865 direkt am Starnberger See – Spaziergänge im umliegenden Garten ergänzen den Museumsbesuch idyllisch.
  • Zwei eigenständige Wohnungen im Haus zeigen unterschiedliche Lebenswelten: einfache Bauernstube im Erdgeschoss, repräsentative Adelssuite im Obergeschoss.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Lochmannhaus

Das Lochmannhaus in Starnberg ist ein historisches Blockbohlenhaus am Starnberger See und zählt heute zu den bedeutenden Kulturdenkmälern Bayerns. Ursprünglich im frühen 16. Jahrhundert erbaut, wurde das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert. Teile der gotischen Holzvertäfelung im Obergeschoss zeugen noch heute von der ursprünglichen Bauzeit. Das Haus vereint in seiner Architektur und Nutzung verschiedene Epochen: Es war Bauer- und Fischerhaus zugleich sowie zeitweiliges Wohnsitz der regionalen Herrschaft. Diese Doppelnutzung spiegelt sich noch heute in der räumlichen Aufteilung wider – im Erdgeschoss eine einfache Bauernstube, im Obergeschoss repräsentative Räume mit großer Fensterfront und kunstvoller Holztäfelung.

Die Besonderheit des Hauses liegt nicht nur in seiner baulichen Substanz, sondern auch in seiner Lage und Funktion im historischen Kontext. Ursprünglich mitten in einem Obstgarten gelegen, befand sich das Anwesen direkt am Ufer des Starnberger Sees, bevor es durch die Bebauung und die Eisenbahnlinie vom Seeufer zurückwich. Bis ins frühe 20. Jahrhundert war es eine bewohnte Hofstelle mit landwirtschaftlicher Nutzung und Fischereirechten. 1912 wurde das Gebäude erworben und als Museum etabliert – initiiert durch engagierte Bürger der Stadt Starnberg, die das regionale Kulturerbe bewahren wollten. Die Eröffnung des Museums im Jahr 1914 erfolgte mit großem gesellschaftlichen Aufwand und fand den Besuch von König Ludwig III. von Bayern.

Heute beherbergt das Lochmannhaus eine Dauerausstellung, die sich mit der Seegeschichte und der höfischen Schifffahrt des Starnberger Sees beschäftigt. Neben historischen Booten und Exponaten zur Fischerkultur wird auch die kunsthistorische Bedeutung des Hauses durch Objekte wie die Starnberger Heilige von Ignaz Günther sichtbar. Ein moderner Erweiterungsbau ergänzt seit 2008 das Ensemble und bietet zusätzliche Ausstellungsflächen. Das Gebäude selbst bleibt dabei eines der zentralen Exponate – ein lebendiges Zeugnis der regionalen Geschichte zwischen Adel, Bauern und Fischertradition. Im Innenhof erinnert eine alte Esche an die Gründungszeit des Museums und die historische Bedeutung des Ortes.

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