Denkmal/Gedenkstätte

Bogen

09366 Stollberg/Erzgebirge

Highlights

  • Die Skulptur 'Bogen' von Leunora Salihu steht auf dem Gelände des ehemaligen Frauengefängnisses Hoheneck in Stollberg.
  • Das aus Aluminiumscheiben bestehende Werk erinnert an ein hohes Tor und lädt zum Durchschreiten ein.
  • Es thematisiert die Geschichte des Ortes, insbesondere die Inhaftierung politischer Gefangener in der DDR-Zeit.

Tipps

  • Die Skulptur 'Bogen' befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Frauengefängnisses Hoheneck und lädt zum Durchschreiten und Betrachten der Schatten ein.
  • Der Standort ist schlecht ausgewiesen – besser nicht den extra angelegten Weg, sondern über den Außenbereich der Burg zum Kunstwerk gehen.
  • Führungen im Schloss Hoheneck sind nur auf Anfrage möglich, für Kinder gibt es das Angebot 'Phänomenia'.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Bogen

Der „Bogen“ ist eine kunstvolle Installation der Künstlerin Leunora Salihu, die sich auf dem Gelände des ehemaligen Frauengefängnisses Hoheneck in Stollberg/Erzgebirge befindet. Die etwa zwei Meter hohe Skulptur aus Aluminium wirkt wie ein filigranes Tor und besteht aus Hunderten kreisrunder Scheiben, die lichtdurchlässig und beweglich angeordnet sind. Je nach Tages- und Jahreszeit wirft das Kunstwerk wechselnde Schatten den Ort aus neuen Perspektiven wahrzunehmen. Die Formensprache des Bogens verweist auf das Verhältnis von Innen und Außen – eine Anspielung auf die Geschichte des umliegenden Areals als Ort der Isolation und Kontrolle.

Das ehemalige Schloss Hoheneck hat eine bedeutende, jedoch düstere Vergangenheit. Seit dem frühen 17. Jahrhundert diente es als Untersuchungsgefängnis, später als Zuchthaus. Im 20. Jahrhundert wurde es unter anderem zur Inhaftierung politischer Gegner genutzt. Von 1950 bis 1989 war es eines der größten Frauengefängnisse der DDR. Tausende von Frauen, darunter viele politische Gefangene, verbüßten hier Haftstrafen unter harten Bedingungen. Der Bogen steht symbolisch an der Stelle einer ehemaligen Hundelaufbahn und erinnert eindrücklich an die eingeschlossenen Lebensräume der Inhaftierten, die in ihrer Alltäglichkeit nur durch kleine Lichtzeichen wie den Sonnenstand ein wenig Hoffnung schöpfen konnten.

Die Installation entstand im Rahmen des Kulturprojekts „Purple Path“ und wurde mit Unterstützung der Stadt Stollberg realisiert. Sie knüpft an die örtliche Geschichte an und lädt gleichzeitig zur Auseinandersetzung mit Themen wie Freiheit, Raum und Erinnerung ein. Die kunstvolle Gestaltung des Bogens schafft eine Verbindung zwischen der architektonischen Strenge des ehemaligen Gefängnisses und zeitgenössischer Kunst. Die reflektierende Oberfläche der Aluminiumelemente nimmt die Umgebung auf und verändert je nach Standort und Lichtverhältnis den visuellen Eindruck des Werkes.

Besucher*innen berichten, dass der Zugang zum Bogen nicht immer einfach ist, da die Beschilderung unzureichend ausfällt und der direkte Weg über ein verschlossenes Tor führt. Ein Alternativweg über den Außenbereich der Burganlage wird daher als praktikabler empfunden. Dennoch wird die Skulptur als stimmungsvolle und gedankenanregende Station innerhalb der Kunstroute wahrgenommen. Sie steht im Spannungsfeld zwischen historischem Erbe und zeitgenössischer Reflexion den Ort mit all seinen Schichten wahrzunehmen.

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