Ev.-Luth. Johanniskirchgemeinde Pfarramt (We)
Highlights
- Die Johanniskirchgemeinde in Zwickau-Weißenborn entstand aus der ältesten slawischen Siedlung Osterweih (12. Jh.), deren Kirche 1212 erstmals urkundlich als Moritzkirche erwähnt wurde.
- Die 1893 erbaute neogotische Moritzkirche mit griechischem Kreuzgrundriss und symmetrischen Pfarrhäusern prägt das Ensemble – restauriert seit den 1990ern in Originalfarben.
- 1871 erhielt die Kirche eine neue Orgel; 1902 folgte der Neubau der heutigen dreischiffigen Zentralbau-Kirche mit figürlichen Schnitzereien (u.a. Kanzel von Gustav Schneider).
Eigenschaften
Ev.-Luth. Johanniskirche Zwickau-Weißenborn: Sakrale Kultur
Das Ev.-Luth. Johanniskirchgemeinde Pfarramt (We) in Zwickau-Weißenborn ist ein historisch bedeutsames Sakralgebäude mit tiefen Wurzeln in der Region. Der Ort Weißenborn, ursprünglich als slawische Siedlung *Osterweih* bekannt, gehört zu den ältesten nachweisbaren Ansiedlungen im ehemaligen Gau *Zwiccowe*, der bis nach Thüringen reichte. Die erste urkundliche Erwähnung Zwickaus findet sich bereits in der Stiftungsurkunde der Moritzkirche, die 1212 erstmals als *Moritzkirche* dokumentiert wurde. Die Kirche war dem Heiligen Mauritius geweiht, dessen Legende bis heute in der Region verankert ist.
Das Pfarramt steht in engem Zusammenhang mit der Johanniskirche, die seit dem 16. Jahrhundert als offizielle Bezeichnung für die Martinskirche des Ortes gilt. Die Kirche überstand schwere Zeiten – Pest, Brände und Kriege – und wurde mehrfach umgestaltet. Besonders prägend war die Erweiterung um 1886, die dem Bau neugotische Elemente und einen norddeutschen Treppengiebel verlieh. Heute ist die Kirche ein denkmalgeschütztes Ensemble, das sowohl gotische als auch barocke und historistische Merkmale vereint. Im Inneren beeindrucken farbenprächtige Kassettendecken aus dem 17. Jahrhundert, eine restaurierte Kanzel mit Evangelistenbildern und eine mechanische Orgel, die 1990 eingeweiht wurde.
Das Pfarrhaus selbst ist Teil eines symmetrischen Baueinheits mit der Kirche, errichtet im Stil des Historismus. Die neogotischen Pfarrhäuser im Nord- und Südosten bilden seit ihrer Errichtung ein harmonisches Ensemble. Das Innere der Kirche zeigt den griechischen Kreuzgrundriss mit Mittelkuppel und Seitenschiffen, während die Fenster von Textilkünstlerin Agnes Gensichen und Holzgestalter Markus Zink gestaltet wurden. Die Ausstattung, darunter ein barocker Christusleib aus dem 18. Jahrhundert, stammt aus ostsächsischen oder niederschlesischen Kirchen und wurde hier neu platziert.
Die Johanniskirchgemeinde ist seit Jahrhunderten ein zentraler Ort des Gemeindelebens in Zwickau-Weißenborn. Neben der historischen Kirche und dem Pfarramt gehört auch die Straßenkapelle mit ihrem gotischen Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert zum Ensemble. Die Taufkapelle, die bei der Erweiterung 1886 entstand, sowie der achtseitige Taufstein mit gewundenem Schaft runden das kulturelle Erbe ab. Die Kirche und ihr Pfarramt spiegeln die wechselvolle Geschichte der Region wider – von slawischen Anfängen über mittelalterliche Blüte bis hin zur modernen Nutzung als geistliches Zentrum.
Mit einem Google-Rating von 4,8 Sternen wird das Pfarramt und die Johanniskirche von Besuchern als besonders wertvolles kulturelles Erbe gewürdigt. Die Kombination aus historischer Substanz, künstlerischer Gestaltung und lebendiger Gemeindearbeit macht den Ort zu einem faszinierenden Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte und Architekturbegeisterte. Die enge Verbindung zu Zwickaus Stadtgeschichte und die einzigartige Bauweise machen die Johanniskirchgemeinde zu einem unverzichtbaren Teil des sakralen Erbes der Region.