Denkmal/Gedenkstätte

Königslaube

Kirchgasse 8, 09629 Reinsberg, Deutschland

Highlights

  • Schloss Reinsberg liegt in Sachsen und wurde erstmals 1197 erwähnt.
  • Das Schloss wechselte im 14. Jahrhundert an die Familie Schönberger.
  • Heute steht es leer und soll zukünftig eine Begegnungsstätte werden.

Tipps

  • Schloss Reinsberg ist aktuell nur von außen besichtigbar, da es sich in Restaurierung befindet.
  • Ein Besuch lohnt besonders für die historische Atmosphäre und den Blick auf das Schloss von außen.
  • Die Lage des Schlosses auf einem steilen Hang über der Bobritzsch ist landschaftlich sehr reizvoll.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Über Königslaube

Die Königslaube befindet sich im sächsischen Reinsberg im Landkreis Mittelsachsen und zählt zu den kulturhistorisch bedeutsamen Bauwerken der Region. Obwohl der Name „Königslaube“ suggeriert, dass es sich um eine Laube im engeren Sinne handelt, bezieht sich der Begriff hier auf das ehemalige Schloss Reinsberg, das auch als „Oberreinsberg“ bezeichnet wird. Das Gelände liegt landschaftlich reizvoll in einem steil abfallenden Hang über der Bobritzsch und ist seit jeher durch seine burgähnliche Anlage und geschichtsträchtige Vergangenheit geprägt.

Die Geschichte des Ortes reicht bis ins späte Mittelalter zurück. Bereits im 12. Jahrhundert bestand hier der Sitz eines ritterlichen Geschlechts. Die genaue Entstehung des Schlosses ist nicht vollständig geklärt, doch es wird angenommen, dass es von einem Edlen namens Reinhardt erbaut wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach; besonders prägend war die über fünfhundertjährige Herrschaft der Familie Schönberger. Im 16. Jahrhundert teilte sich der Besitz in Ober- und Niederreinsberg auf. Während der DDR-Zeit diente das Schloss als Ferienheim, später zeitweise als Hotel. In jüngerer Vergangenheit wurde es mehrfach verkauft, ehe es zuletzt 2021 von einer Privatperson erworben wurde.

Das Schloss steht unter Denkmalschutz und befindet sich derzeit in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Teile des Gebäudes sind nicht zugänglich, einige Wege durch das Gelände werden durch Baustellen abgesperrt. Fenster sind teilweise zerstört, dennoch präsentiert sich die Außenfassade mit ihrer markanten Turmanlage und burgartigen Struktur eindrucksvoll. Besuche sind nur zu bestimmten Zeiten möglich, eine reguläre Schlossbesichtigung ist nicht jederzeit gewährleistet. Dennoch bietet sich dem Besucher eine interessante Perspektive aus dem angrenzenden Burggraben, die einen anderen Blickwinkel auf das historische Ensemble erlaubt.

Der umliegende Landschaftspark ist öffentlich zugänglich und lädt zu Spaziergängen ein. Dahinter befindet sich das Freibad Reinsberg, das seit den 1970er Jahren von Feriengästen und Ortsbewohnern genutzt wird. Die gesamte Anlage grenzt an das Landschaftsschutzgebiet Grabentour, was die Bedeutung des Standortes für Natur und Kultur unterstreicht. Die Burganlage selbst gilt als Bodendenkmal und ist Teil eines größeren archäologischen Kontexts, zu dem auch der Burgstall in Niederreinsberg gehört.

Die aktuelle Nutzung des Schlosses ist Gegenstand öffentlicher Diskussion. Nach dem Erwerb durch eine neue Eigentümerin wurden Pläne für eine internationale Begegnungsstätte vorgestellt. Parallel ergaben sich Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen, was vor Ort Widerstand hervorrief. Die Gemeinde Reinsberg hat angekündigt, rechtliche Möglichkeiten gegen extremistische Nutzungen zu prüfen, sieht sich jedoch derzeit ohne ausreichende Handlungsoptionen. Ungeachtet dieser Entwicklungen bleibt die Königslaube ein markantes Zeugnis sächsischer Burgenlandschaft und ein Ort von historischem wie landschaftlichem Reiz.

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