Denkmal/Gedenkstätte

Kunstobjekt "Faltung" (1981; nach Entwurf von Hermann Glöckner 1935)

Bautzner Landstraße 400, 01328 Dresden

Highlights

  • Die Metallskulptur ‚Faltung‘ (1981) basiert auf Hermann Glöckners Entwurf von 1935 und entstand in Rossendorf durch drei Arbeiter.
  • Das abstrakte Kunstobjekt zählt zu den Skulpturen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und wurde 1981 neu aufgestellt.

Tipps

  • Die Skulptur zeigt eine dynamische Metallfaltung, die durch Licht und Schatten unterschiedliche Perspektiven erzeugt und so räumliche Tiefe suggeriert.
  • Ein Vergleich der Originalentwürfe aus den 1930er-Jahren mit der realisierten Fassung aus dem Jahr 1981 bietet Einblicke in die Entwicklung des Werkkonzepts.
  • Die Materialität des Metalls und die präzise Verarbeitung der Faltenlinien verdeutlichen die handwerkliche Umsetzung durch die Rossendorfer Künstler.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kunstdenkmal Faltung (1981) – Dresden

Das Kunstobjekt *„Faltung“* in Dresden ist eine bedeutende Skulptur, die auf einen Entwurf des Dresdner Künstlers Hermann Glöckner aus dem Jahr 1935 zurückgeht. Erst 1981 wurde das Werk nach diesem Vorentwurf realisiert – als metallische Installation, die durch ihre dynamische Form und reduzierte Ästhetik besticht. Glöckner, der zu den prägenden Vertretern der modernen Kunst in Sachsen zählte, entwickelte hier ein abstraktes Konzept, das geometrische Prinzipien mit organischen Bewegungen verbindet. Die *„Faltung“* gilt als zentrales Beispiel für seine experimentelle Auseinandersetzung mit Raum und Material.

Die Skulptur entstand in Zusammenarbeit mit Arbeitern aus Rossendorf, einem Ort nahe Dresden, der in der Nachkriegszeit als Zentrum für industrielle und künstlerische Produktion galt. Die handwerkliche Umsetzung erfolgte unter Berücksichtigung von Glöckners visionärem Ansatz, wobei das Metall nicht nur als statisches Material, sondern als Träger einer fließenden, fast plastischen Bewegung wirkt. Die Form erinnert an gefaltete Flächen, die sich im Raum verziehen und so eine räumliche Tiefe erzeugen. Diese Eigenschaft macht die *„Faltung“* zu einem faszinierenden Beispiel für konstruktivistische Tendenzen in der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts.

Als Teil des kulturellen Erbes Dresdens verweist die Skulptur auf die enge Verbindung der Stadt mit avantgardistischen Strömungen. Glöckner, der eng mit der Dresdner Kunstszene verbunden war, prägte durch seine Werke die Wahrnehmung von Architektur und Skulptur als integrierte Elemente urbaner Räume. Die *„Faltung“* steht dabei nicht isoliert, sondern bezieht sich auf eine Reihe ähnlicher Entwürfe, die Glöckner in den 1930er-Jahren entwickelte – darunter auch Studien für den Dresdner Hauptbahnhof. Ihre Neuaufstellung in den 1980er-Jahren unterstreicht zudem den Stellenwert künstlerischer Reinterpretationen in der DDR-Zeit.

Besonders reizvoll ist die *„Faltung“* als Gegenstand der Diskussion über Originalität und Nachwirkung in der Kunst. Während Glöckners ursprüngliche Entwürfe oft als „unfertig“ oder „unausgeführt“ galten, wurde durch die spätere Umsetzung ein Werk realisiert, das seine theoretischen Ideen greifbar macht. Die Skulptur lädt dazu ein, ihre räumliche Wirkung zu erforschen – sei es als Teil einer Ausstellung oder als freistehende Installation im öffentlichen Raum. Sie verkörpert damit nicht nur handwerkliche Präzision, sondern auch die Spannung zwischen Idee und materieller Gestalt.

Als Skulptur von herausragender Bedeutung verbindet die *„Faltung“* historische Kontinuität mit moderner Formensprache. Sie steht exemplarisch für die Dresdner Kunstlandschaft, in der sich Tradition und Innovation stets gegenseitig befruchteten. Wer sich für konstruktivistische Kunst, sakrale Architektur oder die Geschichte der sächsischen Moderne interessiert, findet in diesem Werk einen faszinierenden Einblick in die ästhetischen und konzeptuellen Herausforderungen des 20. Jahrhunderts – direkt in der sächsischen Metropole.

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