Denkmal/Gedenkstätte

Neuleipziger Glück Treibeschacht

Platz des Bergmanns 1, 08349 Johanngeorgenstadt

Highlights

  • Der Neuleipziger Glück Treibeschacht wurde 1796 begonnen und 1798 mit einem Pferdegöpel ausgestattet.
  • 1800 erreichte der Schacht bei 130 m Teufe den Gnade Gottes Stolln und förderte bis 1808 rund 7.140 kg Silber.
  • Nach der Einstellung des Betriebs 1951 wurde der Schacht 42 abgerissen und durch ein Fördergerüst ersetzt.

Tipps

  • Besucher finden an der Gedenktafel interessante historische Informationen zum Bergbau.
  • Der Treibeschacht war ab 1796 in Betrieb und erreichte 1800 eine Tiefe von 130 Metern.
  • Ein Pferdegöpel wurde 1798 errichtet und blieb bis 1917 in Nutzung.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Neuleipziger Glück Treibeschacht

Der Neuleipziger Glück Treibeschacht ist eine historische Bergbaustätte im sächsischen Erzgebirge, genauer in der Stadt Johanngeorgenstadt, die heute als Denkmal und Zeugnis vergangener Bergbaukultur erhalten ist. Ursprünglich gehörte er zur Fundgrube Neu Leipziger Glück, die erstmals im frühen 18. Jahrhundert gemutet wurde und bis ins 19. Jahrhundert aktiv war. Die Grube entstand auf dem mittleren Fastenberg, einem Gebiet, das durch zahlreiche Erzgänge geprägt ist und bereits seit Jahrhunderten bergmännisch genutzt wurde.

Im Zuge der Entwicklung der Grube wurde um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert der Treibeschacht errichtet, der tiefere Erzgänge erschließen sollte. Über ihm wurde 1798 ein Pferdegöpel errichtet, der zu den letzten seiner Art im Bergrevier zählt. Mit diesem Antrieb gelang es, den Schacht bis in bedeutende Tiefen vorzutreiben und Silbererze effizienter abzubauen. Die Förderung brachte über mehrere Jahrzehnte beträchtliche Mengen an Silber zum Vorschein, bevor die Grube schließlich in die Hände des Bergwerks Vereinigt Feld im Fastenberge überging.

Nach der Stilllegung im Jahr 1838 wurde der Göpel noch bis 1917 weiter genutzt, ehe die Anlage schließlich außer Betrieb gesetzt wurde. Im 20. Jahrhundert wurde der Standort erneut aktiv, allerdings unter veränderten politischen und wirtschaftlichen Bedingungen: Nach 1945 übernahm die Wismut AG die Gelände und setzte den Bergbau vor allem zur Gewinnung von Uranerzen fort. Der Treibeschacht wurde unter der Bezeichnung Schacht 42 wieder in Betrieb genommen, ebenso wie der Tageschacht als Schacht 120. Beide Schächte wurden jedoch bereits in den frühen 1950er Jahren stillgelegt und später abgeschrieben.

Die Nachnutzung des Treibeschachts begann mit Maßnahmen des Denkmalschutzes. So wurde der Göpel 1921 durch den Landesverein Sächsischer Heimatschutz übernommen und als technisches Denkmal erhalten. Obwohl der Originalgöpel am Wismutschacht 42 1948 abgerissen wurde, entstand auf Initiative privater Förderer und mit Unterstützung des Freistaates Sachsen ein originalgetreuer Nachbau auf einem nahegelegenen Schacht. Der Neuleipziger Glück Treibeschacht selbst wurde 2019 saniert und teilweise als Schauanlage zugänglich gemacht. Anlässlich des Schwibbogenfests wurde zudem ein Gedenkstein eingeweiht, der die Bedeutung des Ortes würdigt.

Heute steht der Treibeschacht als Zeugnis der technischen und kulturellen Entwicklung des sächsischen Bergbaus unter Denkmalschutz. Er erinnert sowohl an die frühe Silbergewinnung als auch an die späteren Aktivitäten im Rahmen des Uranbergbaus der Nachkriegszeit. Besucher*innen erhalten hier Einblicke in die historischen Methoden des Erzabbaus und die Entwicklung der Bergbautechnik im Erzgebirge.

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