Kirche/Kloster

St. Martins Kirche Neukirchen - Evangelische Kirchgemeinde Neukirchen-Lauterbach

Pestalozzistraße 30, 08459 Neukirchen/Pleiße

Highlights

  • St. Martins Kirche Neukirchen entstand 1870 als Ersatz für ein Augustinerkloster aus dem 13. Jahrhundert.
  • Die Orgel von 1870 stammt von Gotthilf Bärmig (Werdau) und zeigt ein Lamm als Christus-Symbol mit Tierkreiszeichen.

Tipps

  • Die historische Orgel aus dem Jahr 1870 von Gotthilf Bärmig zeigt im Zentrum ein Lamm als Symbol für Christus und wird von Tierkreiszeichen für die Monate umgeben.
  • Ein virtueller Rundgang bietet Einblicke in die Architektur und Ausstattung der Kirche, die seit dem 13. Jahrhundert eine Bedeutung für die Region besitzt.
  • Die einzige erhaltene Bronzeglocke aus dem Jahr 1851 dient seit über einem Jahrhundert als akustisches Merkmal der Kirchgemeinde.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

St. Martins Kirche Neukirchen: Evangelische Sakralperle

Die St. Martins Kirche Neukirchen in der Evangelischen Kirchgemeinde Neukirchen-Lauterbach ist ein historisches Wahrzeichen im Herzen des Ortes und verkörpert über Jahrhunderte hinweg den christlichen Glauben in der Region. Ihre Ursprünge reichen bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück, als die Wallfahrt nach Palästina des damaligen Besitzers von Schloss und Stadt Crimmitschau eine spirituelle Verbindung zum Heiligen Land begründete. Aus dieser Zeit entstand das Augustinerkloster im nahegelegenen Martinstal, das den Grundstein für die spätere Kirchgemeinde legte.

Der heutige Kirchenbau geht auf den Baumeister Hans Federangel und seinen Nachfolger Klilian Schicker zurück, die im 19. Jahrhundert die heutige Gestalt prägten. Besonders auffällig ist die prächtige Orgel aus dem Jahr 1870, gefertigt von der Werdauer Orgelbauwerkstatt des Meisters Gotthilf Bärmig. Als Schüler von Urban Kreutzbach aus Borna schuf er ein Instrument, das bis heute zu den erhaltenen Meisterwerken seiner Werkstatt zählt. Im Zentrum des Orgelprospekts thront das Lamm Gottes als Symbol für Christus, umgeben von den Tierkreiszeichen der zwölf Monate – ein künstlerisches Detail, das die Verbindung von Zeit und Glauben verdeutlicht.

Die Geschichte der Kirche ist auch von Herausforderungen geprägt. Während des Ersten Weltkriegs mussten die meisten Glocken für Kriegszwecke abgegeben werden, doch die kleine Bronzeglocke aus dem Jahr 1851 blieb erhalten und ist bis heute die einzige ihrer Art in der Gemeinde. Erst 1995 feierte die Kirchgemeinde mit einer Festwoche das 500-jährige Bestehen ihrer Tradition, ein Meilenstein, der die tiefe Verwurzelung des Ortes mit seiner religiösen Geschichte unterstreicht. 2018 wurden schließlich zwei neue Bronzeglocken in Innsbruck gegossen, die die alten Stahlglocken ersetzten und dem Geläut wieder eine zeitgemäße Klangfülle verliehen.

Ein virtueller Rundgang durch die Kirche führt Besucher durch ihre historischen Räume und zeigt die handwerkliche Meisterschaft vergangener Epochen. Neben der Orgel beeindrucken auch die Architektur und die erhaltenen Elemente, die von der Kontinuität des Glaubenslebens in Neukirchen zeugen. Die St. Martins Kirche ist damit nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein lebendiges Museum sakraler Kunst und regionaler Geschichte – ein Juwel, das die Identität der Kirchgemeinde Neukirchen-Lauterbach nachhaltig prägt.

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